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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Penetrierender Holzfremdkörper der Orbita und des Temporallappens

Meeting Abstract

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  • corresponding author Stephan Knipping - MLU Halle-Wittenberg, HNO-Klinik, Halle
  • Mark Schnöring - Klinik f. Neurochirurgie, BG Kliniken Bergmannstrost, Halle
  • Christian Hohaus - Klinik f. Neurochirurgie, BG Kliniken Bergmannstrost, Halle

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod536

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod536.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Knipping et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Fremdkörper der Orbita finden sich in 15% aller Verletzungen im Bereich der Augen. Für Diagnostik und Therapie sind die verschiedenen Arten von Fremdkörpern und das Verletzungsmuster entscheidend.

Kasuistik: Ein 50 jähriger männlicher Patient erlitt beim Holzsägen mit einer Kreissäge eine tiefe Penetrationsverletzung der rechten Orbita und der rechten Fronto-Temporalregion durch einen ca. 15 cm messenden, schmalen Holzfremdkörper. Das Auge wies einen massiven Exophthalmos, eine maximale Chemosis und ein Monokelhämatom auf. Nach bereits durch den Patienten erfolgter Fremdkörperextraktion konnte im Bereich des medialen Oberlides eine kleine Risswunde gefunden werden. Im CT zeigte sich ein retrobulbäres Hämatom und Hinweise für einen Residualfremdkörper.

In neurochirurgischer Kooperation wurde eine endonasale Orbita- und Opticusdekompression sowie eine Entfernung des restlichen Fremdkörpers vorgenommen.

Postoperativ kam es unter antibiotischer Therapie zur schnellen Besserung des Befundes mit vollständiger Restitution. Im follow up zeigten sich keine Visusminderung, Motilitätsstörungen oder Doppelbilder bzw. neurologische Ausfälle.

Schlussfolgerungen: In der Orbita können verschiedene Fremdkörper zu schwerwiegenden Verletzungen führen. Bei organischen Fremdkörpern wie z.B. Holz drohen schwere Infektionen, Abszess- und Fistelbildung, granulomatöse Gewebsreaktionen und die Migration nach endokraniell. Eine zügige klinische und bildgebende Diagnostik ist vor Therapieentscheidung wegweisend. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist zur vollständigen Exploration des Wundgebietes und zur Vermeidung von Komplikationen erforderlich.