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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Tierexperimentelle Untersuchungen zur Mukosarekonstruktion durch ein polymeres Biomaterial

Meeting Abstract

  • corresponding author Dorothee Rickert - Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Ulm, Deutschland
  • Marc Oliver Scheithauer - Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Ulm
  • Steffen Kelch - GKSS Forschungszentrum Geestacht GmbH, Institut für Polymerforschung, Teltow
  • Ralf-Peter Franke - Zentralinstitut für Biomedizinische Technik, Abteilung Biomaterialien, Universität Ulm
  • Andreas Lendlein - GKSS Forschungszentrum Geestacht GmbH, Institut für Polymerforschung, Teltow

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod502

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod502.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Rickert et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die klinische Anwendung von Biomaterialien steht in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Plastischen Kopf-Halschirurgie im Gegensatz zu anderen operativen Fächern noch am Anfang. Mit der Entwicklung multifunktionaler, polymerer Biomaterialien mit hochspezifischer Adaptation eröffnen sich neue therapeutische Optionen auch in der Kopf-Halschirurgie.

Methoden: Um ein neuartiges Material unter extremen chemischen, enzymatischen und mechanischen Bedingungen zu untersuchen, wurde das Polymer zur Rekonstruktion eines im Durchmesser 10 mm großen durchgreifenden Gewebedefektes in die Magenwand von Ratten eingenäht. Bei dem Biomaterial handelt es sich um ein langzeitresorbierbares, elastisches Polymernetzwerk aus Poly (ε-caprolacton)dimethacrylat und Acrylsäureester. In der Kontrollgruppe wurde die Magenwand primär ohne Biomaterialimplantation verschlossen. Die Explantation erfolgte nach 1 Woche, 4 Wochen und 6 Monaten. Wesentliche klinische Parameter waren neben der Dichtigkeit zwischen dem implantierten Polymer und der umgebenden Magenwand die Untersuchung der lokalen und systemischen Entzündungsparameter.

Ergebnisse: Der intra- und postoperative Verlauf war bei allen operierten Tieren (n=63) komplikationslos. Die Untersuchung der Wundheilung und verschiedener lokaler und systemischer Entzündungsparameter ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen der Polymer- und der Kontrollgruppe.

Schlussfolgerungen: Das neuartige polymere Biomaterial besitzt eine ausreichende Stabilität zur Mukosarekonstruktion im Magenmilieu. In einem nächsten Schritt ist der Einsatz des Copolymers zur Mukosarekonstruktion im Bereich des oberen Aerodigestivtraktes zunächst im Tiermodell geplant.