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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Der T393C Polymorphismus des Gas-Gens ist ein prädiktiver Faktor bei Plattenepithelkarzinomen (PEC) des Oro- und Hypopharynx

Meeting Abstract

  • corresponding author Goetz Lehnerdt - Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Essen
  • Peter Franz - Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Essen
  • Anwar Zaqoul - Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Essen
  • Stephan Lang - Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Essen
  • Kurt Werner Schmid - Institut für Pathologie und Neuropathologie, Essen
  • Winfried Siffert - Institut für Pharmakogenetik, Essen
  • Klaus Jahnke - Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Essen
  • Ulrich Frey - Institut für Pharmakogenetik, Essen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod451

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod451.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Lehnerdt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In Vorversuchen konnten wir nachweisen, dass das T-Allel eines spezifischen Single Nucleotide Polymorphism (SNP) im Gαs Gen (T393C) mit verstärkter Gαs Expression und damit Apoptose einhergeht. Das T-Allel stellt somit einen potentiellen Einflussfaktor in Bezug auf Tumorentstehung, -progression und Therapieansprechen dar.

Methodik: Studienziel war die Evaluation der Prognoserelevanz des T393C SNP in einer unselektierten Reihe von PEC des Oro- und Hypopharynx sämtlicher Stadien und Therapieregime. Die sequenzierten Genotypen wurden mit den klinischen Daten korreliert.

Ergebnisse: Der mediane Nachbeobachtungszeitraum der 219 Patienten (178♂: 41♀) lag bei 33, der mittlere bei 43 Monaten. Die Genotypverteilung der Allele (TT=54 (25%), CT=95 (43%) und CC=70 (32%)) war nicht signifikant unterschiedlich im Vergleich zum Referenzkollektiv gesunder Blutspender. Dies spricht gegen eine Assoziation des T393C SNPs mit einer Prädisposition für die untersuchten Tumoren. In Verlaufsanalysen zeigte sich jedoch, dass das rezidivfreie Überleben signifikant mit dem Genotyp korrelierte. Dieser Effekt war bei Männern stärker ausgeprägt (mittleres rezidivfreies Überleben TT=86, TC= 72, CC=52 Monate; p=0,003 log-rank test). In der multivariaten Cox-Regressionsanalyse waren AJCC-Stadium, Geschlecht, Tumorlokalisation aber auch der T393C SNP unabhängige Prädiktoren für das rezidivfreie Überleben. Homozygote C-Allel-Träger zeigten im Vergleich zu homozygoten T-Allel-Trägern ein 2,0-fach (95%-CI 1,03 bis 3,97-fach) höheres Risiko für ein Tumorrezidiv (p=0,034).

Schlussfolgerung: Die Untersuchung konnte zeigen, dass der T393C Polymorphismus bei Oro-/Hypopharynx-PEC einen zuverlässigen genetischen Tumormarker zur Vorhersage des klinischen Verlaufs darstellt.

Unterstützt durch: IFORES-Programm der Universität Duisburg-Essen