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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Validität der Selbsteinschätzung des Riechvermögens bei Patienten und Probanden

Meeting Abstract

  • corresponding author Boris Haxel - HNO-Univ. Klinik Mainz, Mainz
  • Axel Muttray - Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Mainz
  • Shannon Duffy - HNO-Univ. Klinik, Mainz
  • Sokrates Trellakis - HNO-Univ. Klinik, Mainz
  • Jean-Baptist du Prel - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Mainz
  • Stephan Letzel - Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Mainz
  • Wolf Mann - HNO-Univ. Klinik, Mainz

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod415

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod415.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Haxel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Selbsteinschätzung des Riechvermögens scheint im Gegensatz zu anderen menschlichen Sinnen schwieriger zu sein. Häufig wird eine Fehlleistung auf diesem Gebiet von den Betroffenen gar nicht oder nicht in ihrem ganzen Ausmaß wahrgenommen.

Methoden: Wir untersuchten 167 Personen (100 Patienten mit Störung des Riechvermögens und 67 Kontrollen) mit Hilfe des Sniffin´ Sticks Tests und der SDI-Wert wurde ermittelt. Zusätzlich wurden die Personen mit einem Fragebogen evaluiert und die Selbsteinschätzung des Riechvermögens wurden mittels visueller Analogskala (VAS) abgefragt.

Ergebnisse: In der Patienten-Gruppe lag der SDI-Wert mit 15,4 im anosmischen Bereich. In der Kontroll-Gruppe lag der Wert mit 33,3 im Normbereich. Die subjektive Einschätzung anhand der VAS lag in der Patienten-Gruppe im Mittel bei 14,9, in der Kontroll-Gruppe bei 68,3.

Im Gesamtkollektiv zeigte sich eine signifikante Korrelation (Spearman) zwischen subjektiver Einschätzung des Riechvermögens und SDI-Wert (Korrelationskoeffizient 0,79) ebenso wie für das Unterkollektiv der Patienten (Korrelationskoeffizient 0,52). In der Kontroll-Gruppe alleine zeigte sich dagegen kein statistischer Zusammenhang zwischen den beiden Parametern. Mittels Bland-Altman-Diagramm wurde deutlich, dass die Werte bei Zugrundelegung der doppelten Standardabweichung um bis 40% differieren.

Schlussfolgerungen: Patienten zeigen eine nur unzureichende subjektive Einschätzung des Riechvermögens, bei Probanden eines Normalkollektivs lässt sich sogar keine Korrelation nachweisen. Die alleinige Abfrage des Riechvermögens mittels visueller Analogskala ist kein ausreichendes Maß zur Beurteilung der tatsächlichen olfaktorischen Fähigkeiten.