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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Der seltene Fall eines myoepithelialen Karzinoms des Sinus maxillaris

Meeting Abstract

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  • corresponding author Katharina Junghans - HNO-Universitätsklinik Göttingen, Göttingen
  • Caroline Koll - HNO-Universitätsklinik, Göttingen
  • Rainer Laskawi - HNO-Universitätsklinik, Göttingen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod396

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod396.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Junghans et al.
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Gliederung

Text

Myoepitheliome sind seltene, aus Myoepithelien bestehende Tumore mit Expression von S-100-Antigen, Aktin oder Myosin. Die Tumorzellelemente sind spindelig-plasmazellartig, epitheloid, hellzellig oder eine Kombination davon. Sie zeigen ein solides Wachstum und können selten maligne entarten (malignes Myoepitheliom). Die chirurgische Therapie steht an erster Stelle, da in der Literatur kaum Erfahrungsberichte über eine adjuvante Radiotherapie vorliegen und eher von einer geringen bis fehlenden Wirkung auszugehen ist.

Bei einer 58-jährigen Patientin mit Nasenatmungsbehinderung rechts, Epiphora und Prominenz im Bereich des Sinus maxillaris rechts zeigte sich im Computertomogramm der NNH eine knochendestruktive Raumforderung der rechten Kieferhöhle mit Arrosion von Alveolarkamm, Maxilla, knöchernem Gaumen, medialer Kieferhöhlenwand und knöchernem Nasenseptum. Histologisch fanden sich Anteile eines Myoepithelioms, ein myoepitheliales Karzinom konnte histologisch erst beim Auftreten des Erstrezidivs diagnostiziert werden. Trotz kompletter chirurgischer Resektion des Tumors über laterale Rhinotomie kam es nach 11 Monaten sowie weiteren 31 Monaten zu einem Lokalrezidiv. Beim Zweitrezidiv erfolgte neben der Tumorresektion die beidseitige, funktionelle Neck-dissection, histologisch ohne Metastasen. Eine Strahlentherapie wurde von der Patientin wegen einer kontralateralen Anopsie und möglicher Gefährdung des rechten Auges abgelehnt. Zusätzliche Therapien bei ausgeprägter Epiphora stellten die Dakryocystorhinostomie und Botulinumtoxin-Injektionen (Gl. lacrimalis) dar.

Es wird ein Überblick über diese seltene Tumorentität gegeben und der geschilderte Fall ausführlich dargestellt.