gms | German Medical Science

78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Sind PORP Mittelohrprothesen in der Mittelohrchirurgie unbedingt notwendig?

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod344

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod344.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Péré.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Knorpeltransplantate finden heute breite Verwendung in der Mittelohrchirurgie. Der Knorpel dient meistens jedoch nur als Hilfsmaterial bei der Verwendung von Prothesen. Er wird als Verstärkung des Trommelfells genutzt, um die Extrusion der Prothesen zu vermeiden bzw. zu verzögern. Bei Tubenventilationsstörungen wird durch Wiederaufbau des gesamten Trommelfells mittels einer grossen Knorpelplatte das Auftreten von ventilationsbedingten Rezidiven wesentlich gemindert. In diesen Fällen stellt sich die Frage der Notwendigkeit einer Erhöhung des Stapes durch eine Prothese.

Wir haben postoperative anatomische und funktionelle Befunde mindestens zwei Jahren nach Tympanoplastik Typ III mit kompletten Aufbau des Trommelfells mittels Knorpelschild aus Tragusknorpel ohne Stapeserhöhung analysiert. Das Krankengut stammt in 760 Fällen aus dem Klinikum rechts der Isar der TU München (1987 bis 1993) und in 771 Fällen aus der Paracelsus Klinik, bzw. aus der Arabella Klinik, München (1994 bis 2004). Die Tympanoplastiken wurden wegen Cholesteatom, Adhäsivprozess und Tympanosklerose durchgeführt. Bei einem Drittel der Fälle handelte es sich um Revisionseingriffe.

Frühpostoperative Perforationen wurden lediglich in ca. 2% der Fälle beobachtet.

Die postoperativen audiometrischen Kontrollen zeigen in einem Viertel der Fälle noch eine kaum meßbare Schalleitungskomponente und in mehr als der Hälfte der Fälle eine Schalleitungskomponente zwischen 5 und 15 dB.

Die funktionellen Ergebnisse belegen, dass Tragusknorpel als direkter Schalldrucktransformator fungieren kann. Der Wiederaufbau des Mittelohres als „kleine Pauke“ stellt keinen Nachteil dar. Bei der Knorpeltympanoplastik ist die Verwendung von erhöhenden Prothesen nicht notwendig.