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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Ist bei pT3-Larynxkarzinomen eine postoperative Radiotherapie indiziert?

Meeting Abstract

  • corresponding author Frank Waldfahrer - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Halschirurgie, Erlangen, Deutschland
  • Ercan Guerlek - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Halschirurgie, Erlangen
  • Georgios Psychogios - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Halschirurgie, Erlangen
  • Heinrich Iro - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Halschirurgie, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod296

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod296.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Waldfahrer et al.
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Gliederung

Text

Nach operativer Therapie von (p)T3-Larynxkarzinomen wird im Allgemeinen eine postoperative Radiotherapie empfohlen. Im Rahmen einer retrospektiven Auswertung der Verlaufsdaten von insgesamt 147 Patienten (97,3% Männer) mit initial operiertem pT3-Larynxkarzinom soll die Rationale dieser Empfehlung hinterfragt werden.

Bei 36,7% lag ein supraglottisches und bei 73,3% ein glottisches Karzinom vor.

Bei supraglottischem Karzinom erfolgte in 55,6% eine Nachbestrahlung, bei glottischem Karzinom in 34,4%.

Die rezidivfreien 5-Jahresüberlebensraten betrugen bei glottischer Tumorlokalisation 79,5% bei alleiniger Operation und 71,6% bei Nachbestrahlung (p=0,57). Bei supraglottischen Karzinomen ergaben sich Überlebensraten von 87,4% ohne und von 65,3% mit Nachbestrahlung (p=0,08). In der Gruppe mit stattgehabter Nachbestrahlung lag signifikant häufiger eine regionäre Lymphknotenmetastasierung vor. Bei N0-Situation fand sich kein Benefit durch eine postoperative Radiotherapie.

Bei supraglottischer Tumorlokalisation kam es ohne Nachbestrahlung in 16,7% zu Lokalrezidiven, bei Nachbestrahlung in 11,5% (p=0,73). Bei Glottiskarzinomen lagen die Rezidivraten bei 13,3% bzw. 6,3% (p=0,72).

Aus diesen Daten darf keinesfalls schlussgefolgert werden, dass die postoperative Radiotherapie kontraproduktiv ist. Vielmehr ist das Kriterium pT3 allein nicht zur Entscheidungsfindung geeignet. Entscheidenden prognostischen Einfluss hat die pN-Kategorie, die bei der Indikationsstellung zur postoperativen Radiotherapie zu berücksichtigen ist. Dennoch muss aufgrund dieser Daten die Diskussion über die adjuvante Therapie bei T3-Larynxkarzinomen neu aufgenommen werden.