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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Erste inhalative, intrapulmonale Applikation von Cidofovir bei Rezidivierender Respiratorischer Papillomatose (RRP) am Menschen

Meeting Abstract

  • corresponding author Martin Holderried - HNO-Uniklinik, Tübingen
  • Marc-Stephan Stiegler - HNO-Klinik, Tübingen
  • Hans-Peter Zenner - HNO-Klinik, Tübingen
  • Paul-Stefan Mauz - HNO-Klinik, Tübingen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod270

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod270.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Holderried et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Rezidivierende Respiratorische Papillomatose gehört zu den häufigsten gutartigen Neubildungen der oberen Atemwege. Meist lässt sich eine Infektion mit humanen Papillomaviren der Subtypen 6 und 11 nachweisen. Sehr selten ist eine Ausweitung der Papillomatose in die unteren Atemwege. In weniger als 7% der Fälle und nur bei sehr schweren Krankheitsverläufen findet man eine intrapulmonale Papillomatose. Diese ist den bisherigen Therapieoptionen – chirurgisch oder systemisch - kaum zugänglich und folglich mit einer hohen Mortalität verbunden.

Methoden: Im Rahmen eines individuellen Heilversuchs wurde bei einem 18-jährigen Patienten mit progredienter, HPV 6 assoziierter Papillomatose des gesamten Respirationstraktes eine regelmäßige, inhalativ-virostatische Therapie mit Cidofovir durchgeführt. Zur Kontrolle des Therapieerfolges dienten subjektive Angaben des Patienten und eine regelmäßige bildgebende Diagnostik sowie die Überwachung potentieller Nebenwirkungen.

Ergebnisse: Nach 15 Inahalationszyklen über einen Zeitraum von 10 Monaten zeigte sich CT-morphologisch ein „stable disease“ bei subjektivem Rückgang der Atembeschwerden. Systemische Nebenwirkungen von Cidofovir konnten während des gesamten Überwachungszeitraumes nicht beobachtet werden.

Schlussfolgerung: Die inhalative Applikation von Cidofovir ist möglicherweise eine Therapieoption bei intrapulmonaler Ausdehnung einer Rezidivierenden Respiratorischen Papillomatose. Bei regelmäßiger Inhalation in 2-4 wöchigen Abständen kann offenbar ohne systemische Nebenwirkungen bei zuvor progredientem Krankheitsverlauf der pulmonalen Papillomatose zumindest ein „stable disease“ erreicht werden.