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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Anwendung des myofascialen Pectoralis-major-Lappens zum Verschluss tracheo-ösophagealer Fisteln

Meeting Abstract

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  • corresponding author Iakovos Arapakis - Katharinenhospital Stuttgart, HNO-Klinik, Stuttgart
  • Klaus Schneider - Katharinenhospital Stuttgart, HNO-Klinik, Stuttgart
  • Daniel Böger - Katharinenhospital Stuttgart, HNO-Klinik, Stuttgart
  • Gerd Rasp - Katharinenhospital Stuttgart, HNO-Klinik, Stuttgart

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod252

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod252.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Arapakis et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Verschluss tracheo-ösophagealer Fisteln stellt eine grosse Herausforderung für den Operateur dar. Oft sind konservative Verfahren wie die Schrumpfung der Fistel oder die Injektion von Kollagen sowie operative Verfahren wie das Übernähen der Fistel oder der Sternocleidomastoideus-Lappen ohne Erfolg.

Methode: In unserer Klinik wurden 5 Patienten mit tracheo-ösophagealen Fisteln mittels eines Pectoralis-major-Lappens behandelt. Der von Ariyan beschriebene Lappen gilt als das Arbeitspferd zur Rekonstruktion von Defekten des oberen Aerodigestivtraktes. Dabei wird der kraniale Anteil des Tracheostoma umschnitten und die Schnittführung nach lateral erweitert. Nach Separation der Trachea vom Ösophagus wird die Fistel vollständig dargestellt und jeweils an der Ösophagusvorder- und Tracheahinterwand verschlossen. Der myofasciale Pectoralis-major-Lappen wird zwischen Trachea und Ösophagus zur Protektion der Nähte interponiert.

Ergebnisse: Bei den tracheo-ösophagealen Fisteln handelte es sich um eine Leckage nach chirurgischer Stimmrehabilitation mit einer Stimmprothese bei Laryngektomie. Erschwerend hinzu kam, dass in allen fünf Fällen eine postoperative Radiatio durchgeführt wurde und die Anwendung von konservativen sowie operativen Verfahren zum Fistelverschluss ohne Erfolg blieb. Der Verschluss erfolgte mittels Interposition des Pectoralis-Lappens zwischen Trachea und Ösophagus. Bei allen Patienten kam es zu einem kompletten Verschluss mit primärer Dichtigkeit.

Schlussfolgerung: Der Pectoralis-Lappen ist ein sicheres Verfahren zur Versorgung von tracheo-ösophagealen Fisteln, insbesondere nach Voroperationen und Radiatio. Der Pectoralis-Lappen sollte als "ultima ratio" in das Versorgungskonzept tracheo-ösophagealer Fisteln integriert werden.