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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Chronischer Stress als Auslöser für Tinnitus und Hörsturz?

Meeting Abstract

  • corresponding author Christine Koehler - Klinik und Poliklinik für HNO-Krankheiten, Kopf- und Halschirurgie, Greifswald
  • Beatrice Venohr - Institut für Community Medicine, Abt. Versorgungsepidemiologie und Community Health, Greifswald
  • Werner G. Hosemann - Klinik und Poliklinik für HNO-Krankheiten, Kopf- und Halschirurgie, Greifswald
  • Michael Herzog - Klinik und Poliklinik für HNO-Krankheiten, Kopf- und Halschirurgie, Greifswald
  • Judith Lehmann - Klinik und Poliklinik für HNO-Krankheiten, Kopf- und Halschirurgie, Greifswald

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod229

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod229.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Koehler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Tinnitus und / oder Hörsturz (T/H) als Stressor ist in der Literatur beschrieben. Stress als pathogenetischer Faktor für T/H wird gern diskutiert, ist bisher jedoch nur unzureichend geklärt. Ziel der Studie war es den Zusammenhang von chronischem Stress und der Entstehung von T/H zu evaluieren.

Methoden: Hundert Patienten, die wegen neu aufgetretenem T/H eine stationäre Infusionstherapie (Pentoxiphyllin + Prednisolon) erhalten, werden mit einem Fragenbogen (Trierer Inventar für chronischen Stress, TICS) zu dem empfundenen Stress während der letzten 3 Monate befragt. Parallel dazu erfolgt die Befragung von Patienten (n=1000) als Kontrollgruppe, die wegen anderer HNO-Erkrankungen hospitalisiert werden. Das validierte TICS ermöglicht den Vergleich zu einem Normalkollektiv, die Befragung von weiteren HNO-Patienten den Vergleich zu Patienten, die auf Grund einer sonstigen Erkrankung hospitalisiert oder operiert werden müssen. Zusätzlich erfolgt die Dokumentation des subjektiven Tinnitus und ein Audiogramm bei Aufnahme und Entlassung.

Ergebnisse: Entsprechend der derzeitigen Datenlage zeigten Patienten, die wegen neu aufgetretenem T/H stationär behandelt wurden im Vergleich zu einer Normstichprobe und zu anderen HNO-Patienten kein gesteigertes Stressempfinden während der letzten 3 Monate. In Abhängigkeit der einzelnen Stressfacetten können tendenzielle Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen vorkommen.

Schlussfolgerung: Chronischer Stress scheint keinen Einfluss auf die Entstehung von T/H nach vorliegenden Daten zu haben. Dennoch sollte bei der Therapie der durch das Ereignis induzierte Stress nicht vernachlässigt werden und bei Bedarf fachspezifisch therapiert werden.