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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Unterscheidet sich die familiäre Form des Hörsturzes prognostisch von der sporadischen?

Meeting Abstract

  • corresponding author Dominik Brors - Universitäts-HNO-Klinik, St.Elisabeth-Hospital, Bochum
  • Anne-Katrin Eikelmann - Institut für Humangenetik, Bochum
  • Holger Sudhoff - Department Skull Base Surgery, Cambridge, GB
  • Stefan Dazert - Universitäts-HNO-Klinik, St.Elisabeth-Hospital, Bochum
  • Erdmute Kunstmann - Institut für Humangenetik, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod219

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod219.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Brors et al.
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Gliederung

Text

Die Ätiologie und die Faktoren, die die Prognose des akuten Hörsturzes bedingen, sind noch nicht hinreichend bekannt. Vorangegangene Studien haben sich vorwiegend auf die Darstellung von Krankheitsdauer, Alter und Geschlecht, vestibuläre Symptome sowie das Ausmaß des initialen Hörverlustes konzentriert. Die familiäre Häufung wurde bisher kaum untersucht.

In der vorliegenden Studie untersuchten wir 103 Patienten, die einen Hörsturz erlitten und eine Standardtherapie mit SDH und Pentoxyphyllin (Stennert-Schema) erhalten hatten hinsichtlich der Prognose bei Fehlen und Vorliegen einer familiären Häufung. Neben einer HNO-ärztlichen Untersuchung und einem Tonaudiogramm wurden mittels eines Fragebogens Informationen über die persönliche und Familienanamnese gesammelt.

92 der 103 Patienten beantworteten den Fragebogen korrekt und wurden somit eingeschlossen. 18 der 92 Patienten (20%) berichteten über mindestens einen weiteren betroffenen Familienangehörigen mit einem Hörsturz. Bei 67% der Familien war mindestens ein Verwandter I.Grades von einem Hörsturz betroffen. Patienten mit positiver Familienanamnese hatten vor Therapiebeginn einen geringeren Hörverlust in den tiefen und mittleren Frequenzen im Vergleich zu Patienten mit einem sporadisch auftretenden Hörsturz. Nach Therapie verbesserte sich die Hörschwelle bei allen Patienten, allerdings war die Verbesserung bei Patienten mit einer positiven Familienanamnese signifikant geringer (7,75 dB bei Patienten mit positiver Familienanamnese versus 15,25 dB bei Patienten mit sporadischem Hörsturz).

Die vorliegenden Daten legen zeigen, dass Patienten mit einem Hörsturz und positiver Familienanamnese eine schlechtere Prognose gegenüber Patienten mit einem sporadischen Hörsturz aufweisen.