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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Polychondritis recidivans der Ohrmuschel – eine seltene Differentialdiagnose des Erysipels

Meeting Abstract

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  • corresponding author Wolfram Aust - Univ.-HNO-Klinik Homburg, Homburg
  • Dirk Knöbber - Univ.-HNO-Klinik, Homburg
  • Rainer Bohle - Institut für Pathologie, Homburg
  • Marc Bloching - Univ.-HNO-Klinik, Homburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod205

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod205.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Aust et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei entzündlichen Erkrankungen der Ohrmuschel müssen neben infektiösen Ursachen auch autoimmune Erkrankungen bedacht werden. Die Polychondritis rezidivans ist eine seltene, entzündlich-rezidivierende Systemerkrankung, die mit Chondrolyse, Dystrophie und Atrophie des artikulären und extraartikulären Knorpelgewebes einhergeht. Die Ätiologie der Erkrankung ist unbekannt, vermutlich liegt eine Autoimmunerkrankung mit Autosensibilisierung gegen Kollagen Typ 2 vor.

Kasuistik: Wir berichten über eine 53-jährige Patientin, die mit einer ausgeprägten Rötung und Schwellung der Ohrmuschel und der Wangenweichteile unter der Verdachtsdiagnose Erysipel ohne Besserung der Beschwerden behandelt wurde. Bei stationärer Aufnahme klagte die Patientin zusätzlich über Gelenkbeschwerden. Es wurde ein Gehörgangsabstrich abgenommen, der eine Superinfektion mit Pseudomonas aeruginosa ergab. Zur weiteren Abklärung wurde eine Probebiopsie des Ohrmuschelknorpels vorgenommen. Das histologische Ergebnis ergab die Diagnose einer beginnenden „relapsing polychondritis“. Unter einer pseudomonaswirksamen, antibiotischen und immunsupressiven Therapie besserten sich die Beschwerden der Patientin zunehmend.

Schlussfolgerungen: Bei rezidivierender Rötung und Schwellung der Ohrmuschel, sowie ausbleibender Besserung unter antibiotischer Therapie sollte differentialdiagnostisch eine rezidivierende Polychondritis in Erwägung gezogen werden. Die Prognose der Erkrankung ist variabel und ist von der jeweiligen Organmanifestation und dem Ansprechen der Krankheit auf die immunsupressive Therapie abhängig.