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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Die erfolgreiche Therapie des seltenen nasalen NK/T-Zell Lymphoms der Zunge mit Fludarabin, Cyclophosphamid, Doxorubicin und Alemtuzumab

Meeting Abstract

  • corresponding author Florian Ruberg - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Erlangen
  • Jürgen Rech - Medizinische Klinik III, Erlangen
  • Gerald Niedobitek - Institut für Pathologie der Universität, Erlangen
  • Eckhart Weidmann - Medizin II, Krankenhaus Nordwest, Frankfurt
  • Heinrich Iro - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod188

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod188.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Ruberg et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Extranodale NK/T-Zell-Lymphome vom nasalen Typ sind in Europa selten. Auch wenn sie in einem frühen Stadium diagnostiziert werden, ist der Verlauf mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 20-30% ungünstig. Aufgrund der geringen Inzidenz existiert für die Behandlung kein speziell standardisiertes Therapieregime. Vielmehr werden diese Entitäten oft nach einem allgemeinen Protokoll für aggressiv wachsende B-Zell-Lymphome therapiert. Die hierunter vergleichsweise schlechtere Heilungsrate veranlasst zur Suche nach alternativen Strategien.

Methoden: Wir präsentieren den Fall einer 50-jährigen Frau, die sich mit einem 3cm großen, zentral ulzerierten Zungentumor vorstellte. Nach dem initialen Verdacht auf ein Plattenepithelkarzinom wurde bioptisch ein NK/T-Zell-Lymphom vom nasalen Typ diagnostiziert. Das weitere Staging ergab keine Dissemminierung. Die Therapie erfolgte nach dem Protokoll einer Phase II Studie, bestehend aus 4 Zyklen im Abstand von 3 Wochen mit einer Kombination aus Immuno- und Chemotherapie mit Fludarabin, Cyclophosphamid, Doxorubicin und Alemtuzumab in folgender Dosierung: Fludarabin (3 x 25 mg/m2), Cyclophosphamid (600 mg/m2), Doxorubicin (50 mg/m2) und Alemtuzumab in wechselnder Dosierung.

Ergebnisse: Seit dem letzten Zyklus befindet sich die Patientin seit bisher über 4 Monaten in der kompletten Remmission ohne relevante Nebenwirkungen.

Schlussfolgerung: Im vorliegenden Fall war das präsentierte Protokoll für die Behandlung des in dieser Lokalisation seltenen nasalen NK/T-Zell-Lymphoms der Zunge bisher erfolgreich. Eine Aussage über die generelle Wirksamkeit des Protokolls kann erst im weiteren Verlauf getroffen werden.