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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Synchrones Auftreten eines Ganglioneurofibroms und eines Neurinoms des cervikalen Grenzstranges

Meeting Abstract

  • corresponding author Meike Schikschneit - HNO Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Wolfgang Maier - HNO Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Gian Kayser - Pathologisches Institut, Freiburg
  • Rainer Beck - HNO Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Carsten Christof Boedeker - HNO Uniklinik Freiburg, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod155

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod155.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Schikschneit et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Tumoren des cervikalen Grenzstranges stellen eine Seltenheit dar. Neurinome sind gutartige Tumoren, welche von den Schwann´schen Zellen ausgehen. Ganglioneurofibrome sind gutartige, neuroendokrine Raumforderungen, die sich aus Schwann´schen Zellen, atypischen Ganglienzellen und kollagenen Bindegewebsfasern zusammensetzten.

Patient und Ergebnis: Ein 33jähriger Patient stellte sich 1998 mit einer 4 Monate zuvor erstmals aufgefallenen, schmerzlosen Raumforderung rechts cervikal in unserer Poliklinik vor. Bei der HNO ärztlichen Spiegeluntersuchung zeigte sich die rechte Pharynxseitenwand vorgewölbt. In der MRT imponierte eine gut vaskularisierte Raumforderung im rechten Parapharyngealraum. Angiographisch erfolgte die Vaskularisation aus Externaästen und der A. vertebralis. Bei Vorliegen einer arteriellen Hypertonie waren die Werte für Adrenalin, Noradrenalin und Vanillin-Mandelsäure erhöht. Die Tumorexstirpation erfolgte über eine suprahyoidale Halsexploration. Intraoperativ kamen zwei aneinander angrenzende, jedoch unabhängige Tumoren im Bereich des cervikalen Grenzstranges zur Darstellung. Die histopathologische Aufarbeitung ergab ein kaudal gelegenes Neurinom und ein kranial lokalisiertes Ganglioneurofibrom.

Schlussfolgerung: Das synchrone Auftreten eines Neurinoms sowie eines neuroendokrin aktiven Ganglioneurofibroms des cervikalen Grenzstranges wurde bislang in der Literatur nicht beschrieben. Die vollständige chirurgische Exstirpation stellt für beide Tumortypen die Therapie der Wahl dar. Die klinischen, radiologischen und histopathologischen Besonderheiten dieser beiden ungewöhnlichen Tumorentitäten werden dargestellt und diskutiert.