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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Das Cochlear Implant Centrum Ruhr als mögliches Modell der integrierten Versorgung

Meeting Abstract

  • corresponding author Markus Fischer - Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen
  • Heike Bagus - Praxis, Essen
  • Dirk Koch - Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen
  • Reinhold Bagus - Praxis, Essen
  • Dorit Schlimbach - Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen
  • Melanie Teschendorf - Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen
  • Maria Wollinger - Praxis, Essen
  • Stephan Lang - Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen
  • Klaus Jahnke - Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Essen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod069

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod069.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Fischer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Seit 1995 werden am CIC Ruhr in Essen gehörlose und hochgradig schwerhörige Patienten mit Cochlear Implants versorgt. Das Behandlungskonzept entspräche den Vorgaben zur integrierten Versorgung nach SGBV §§140a-d. Die Prinzipien dieses im Jahr 2000 erlassenen Gesetzes mit der Einbindung verschiedener Berufsgruppen und der Maxime „ambulant vor stationär“ werden hier seit mehr als 10 Jahren konsequent umgesetzt.

Methoden: Bis 2005 wurden 93 Kinder, 12 Jugendlichen und 33 Erwachsenen implantiert (Altersmedian 5 Jahre, Spanne 1-75). Eingesetzte Tests zur Evaluation des Sprachverstehens waren bei Jugendlichen und Erwachsenen der Freiburger Zahlen- und Einsilbertest, der modifizierte Aachener Aphasietest und das Speech Tracking. Kinder wurden mit semiquantitativen Tests (nach Schmid-Giovannini, nach Pollack) sowie den Hannover-Hörprüfreihen, dem Mainzer Sprachtest im closed set und dem Göttinger Sprachtest evaluiert.

Ergebnisse: Beim Freiburger Zahlentest ließ sich bei Jugendlichen und Erwachsenen eine Verbesserung von präoperativ 23% auf 72% Zahlenverständnis nach den ersten sechs Monaten mit CI feststellen. Beim modifizierten Aachener Aphasietest ohne Labiolexie stieg die Anzahl der verstandenen Wörter von 45,4 auf 124,8 sechs Monate nach Cochlea Implantation.

Bei den Kindern lag der Mittelwert beim Mainzer Sprachtest im closed set nach 36 Monaten bei 87%. Im Göttinger Sprachtest hatte sich der Testscore sechs Monate nach Implantation versechsfacht und im Test nach Schmid-Giovannini mehr als verdoppelt.

Schlussfolgerungen: Mit dem Behandlungskonzept der ambulanten Versorgung bei CI lassen sich vergleichbare Ergebnisse in der Sprachentwicklung und dem Hörverstehen erzielen wie bei einer stationären Rehabilitation.