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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Pilotstudie: CT-gesteuerte therapeutische Lokalanästhesie der suboccipitalen Muskulatur bei zervikalem Schwindel

Meeting Abstract

  • corresponding author Matthias Hölzl - Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Charité, Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Berlin
  • Sebastian Weikert - Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Charité, Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Berlin
  • Andreas Rotter - Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Charité, Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Berlin
  • Patrick Rogalla - Institut für Radiologie der Charité, Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Berlin
  • Hans Scherer - Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Charité, Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod696

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod696.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Hölzl et al.
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Gliederung

Text

Bei 13 Patienten mit Schwindelbeschwerden ohne neurootologischen Befund, aber mit einer rezidivierenden Kopfgelenksdysfunktion und muskulärer Dysbalance, wurde keine Manualtherapie durchgeführt, sondern die Afferenzen der tiefen suboccipitalen Muskulatur durch eine gezielte CT-gesteuerte Lokalanästhesie selektiv ausgeschaltet. Die Patienten wurden nach Diagnosestellung drei unterschiedlichen Medikamentengruppen zugeteilt. Eine Gruppe behandelten wir mit Bupivacain (n=7). Der zweiten Gruppe wurde Botulinustoxin (n=2) injiziert und der Kontrollgruppe (n=3) physiologische Kochsalzlösung. Die Therapieverlaufsmessung über 4 Wochen wurde mittels der subjektiven Analogskala, der Posturographieplatte, der Cranio-Corpographie und einer Videonystagmographie im Halsdrehtest (HDT) durchgeführt.

Die ersten Verlaufsbeobachtungen in den beiden Medikamentengruppen zeigen bisher im Vergleich zur Placebogruppe mit unveränderten Messwerten in allen Parametern einen Therapieerfolg, der jedoch aufgrund der noch geringen Zahl erst als Trend gewertet werden kann. Als besonders sensibler Therapieparameter erweist sich der Vertikalnystagmus im HDT bei Kopfreklination.

Die Bedeutung des als funktionell anzusehenden Vertikalnystagmus wird differentialdiagnostisch diskutiert und auf die sich daraus ergebenen diagnostischen Möglichkeiten nicht zuletzt in gutachterlicher Tätigkeit hingewiesen, um die zervikale Afferentationsstörung von Verlegenheitsdiagnosen wie „Hirnstammtaumeligkeit“, „traumatischer Menière“ oder „Schleudertrauma“ abgrenzen zu helfen.