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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Ergebnisse zur Optimierung der Leidensdruckreduzierung durch Tinnitusdifferenzialdiagnostik

Meeting Abstract

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  • corresponding author Helmut Lebisch - Tinnituszentrum Detmold, Detmold
  • Manfred Pilgramm - Tinnituszentrum Detmold, Detmold

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod682

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod682.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Lebisch et al.
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Gliederung

Text

Seit Februar 2005 werden im Tinnituszentrum Detmold Tinnitus Wochenend-Intensivseminare durchgeführt. Inhalt des Seminars (14-stündig, jeweils 6-7 Teilnehmer) sind die vier Hauptpunkte:

  • Information und Aufklärung
  • konfliktzentrierte Problemlösung
  • Aufmerksamkeitslenkung
  • Nachbereuung

Zusätzlich wurde bei der Aufnahme bei jedem Patienten eine Tinnitusdifferenzialdiagnostik (Leidensdruck-Schwerpunkt-Ermittlung) durchgeführt. Die Therapie, bzw. Aufklärung erfolgte individuell entsprechend den Leidensschwerpunkten.

Die Untersuchung zeigt, dass bei ca. 30 % der Tinnituspatienten nicht der Tinnitus, sondern der Hörverlust, od. Hyperakusis, od. Ohrendruck das eigentliche Problem darstellt. Bei weiteren 38 % hat das Hör-, Hyperakusis-, Ohrdruckproblem einen annähernd gleichen Stellenwert wie der Tinnitus.

Im Vergleich aller behandelten Patienten zeigen die schwerpunktsbehandelten Tinnituspatienten bessere posttherapeutische ABI-Werte (Tabelle 1 [Tab. 1]).

Entsprechend den dargestellten Untersuchungen nimmt nach einer schwerpunktsbezogenen Therapie (Hörgeräteversorgung, Hyperakusistraining, Entspannungstechniken) auch der Tinnitusleidensdruck (TF prä 35 – post 22) signifikant ab. Eine erfolgreiche Tinnitus-Bewältigungstherapie erfordert deshalb in erster Linie eine individuelle Lösung des Leidensdruck-Schwerpunktes.