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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Elektive Neck dissection versus „Wait and See“ bei primären Parotiskarzinomen

Meeting Abstract

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Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod673

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod673.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Zbären.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Wirksamkeit einer elektiven Neck dissection wurde beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle in vielen Studien analysiert, aber nur wenige Arbeiten befassen sich mit der Wirksamkeit einer elektiven Neck dissection beim Parotiskarzinom.

Patienten und Methode: Wir führten eine retrospektive Analyse an 113 Patienten mit einem primären Parotiskarzinom und klinisch negativem Hals durch. Die Patienten wurden in eine Gruppe mit elektiver Neck dissection (N=54) und eine Gruppe ohne elektive Neck dissection (N=57) eingeteilt. Es wurde analysiert, bei wie vielen Patienten der Karzinomtyp anlässlich der chirurgischen Therapie bekannt war. In der Gruppe mit Neck dissection wurde die Häufigkeit von okkulten Lymphknotenmetastasen eruiert. Die Halsrezidivrate beider Gruppen wurde evaluiert und miteinander verglichen.

Resultate: Die Malignitätsdiagnose war in 68 % der Patienten präoperativ bekannt, der exakte Tumortyp war in 43 % und der Tumorgrad in 51 % bekannt. Okkulte Metastasen wurden in der Gruppe mit elektiver Neck dissection in 13 von 54 (24%) Patienten diagnostiziert, 9 mal bei high-grade und 4 mal bei low-grade Karzinomen. Im Follow-up wurde bei 2 von 54 (4%) Patienten in der Gruppe mit elektiver Neck dissection und bei 7 von 57 (12%) Patienten ohne elektive Neck dissection ein Halsrezidiv beobachtet. Bezüglich Überlebensrate konnte statistisch kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen beobachtet werden.

Schlussfolgerung: Bei über der Hälfte der Patienten war der genaue Tumortyp perioperativ nicht bekannt. Okkulte Metastasen wurden auch bei low-grade Karzinomen beobachtet. Die regionäre Rezidivrate war in der Gruppe mit elektiver Neck dissection kleiner. Eine routinemässige elektive Neck dissection bei primären Parotiskarzinomen ist empfehlenswert.