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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Manifestation der Tuberkulose in der Glandula parotis

Meeting Abstract

  • corresponding author Stephan Knipping - MLU Halle-Wittenberg, HNO-Klinik, Halle
  • Wolfram Aust - HNO/MLU Halle-Wittenberg, Halle
  • Hans Jürgen Holzhausen - Pathol. Institut/ MLU Halle, Halle
  • Marc Bloching - HNO/MLU Halle, Halle

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod645

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod645.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Knipping et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei Raumforderungen in der Gl.parotis müssen benigne und maligne Tumoren, Entzündungen, vergrößerte Lymphknoten und obstruierende Prozesse bedacht werden.

Methoden: Ein 26 jähriger, männlicher Patient aus Uganda stellte sich mit einer ausgedehnten Raumforderung der rechten Gl.parotis in der HNO- Klinik der MLU Halle vor. Im CT imponierte ein zentral hypodenser raumfordernder Prozess. Sonographisch zeigte sich eine schlechte Abgrenzbarkeit der echoarmen Struktur und multiple, pathologisch vergrößerte zervikale Lymphknoten.

Ergebnisse: Im Rahmen der lateralen Parotidektomie wurde eine Lymphknotenexstirpation mit Schnellschnittuntersuchung durchgeführt. In der histologischen Untersuchung zeigte sich eine massiv nekrotisierende Granulomatose. Die Ziehl-Neelsen-Färbung konnte keine Mykobakterien nachweisen. In der PCR-Diagnostik konnte eine Tuberkulose nicht bestätigt werden. Differentialdiagnostisch wurde die Infektion mit Yersinia pseudotuberculosis diskutiert. Erst die Erregeranzucht konnte Mykobacterium tuberculosis nachweisen. Nach nochmaliger Anamnese gab der Patient an, vor 2 Jahren wegen einer Lungentuberkulose behandelt worden zu sein.

Schlussfolgerungen: Raumforderungen der Glandula parotis sind überwiegend auf benigne und maligne Tumoren zurückzuführen. Unter diesem Verdacht wurde im hier vorliegenden Fall eine operative Sanierung eingeleitet. Erst die wiederholte eindringliche Anamnese und die langwierige Erregeranzucht konnten die Manifestation der Tuberkulose in der Gl. parotis bestätigen. Der Patient erhält derzeit eine Viererkombinationstherapie aus Ethambutol, Pyrazinamid, Rifampicin und Isocid. Trotz des seltenen Auftretens sollte an die Möglichkeit eines Tuberkulosebefalls der Kopfspeicheldrüsen gedacht werden.