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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Otitis externa maligna als Genese einer kompletten bilateralen Fazialisparese

Meeting Abstract

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  • corresponding author Gökmen Gökce - Justus-Liebig-Universitätsklinikum Gießen HNO-Heilkunde, Gießen
  • Elisabeth Rehberg - Justus-Liebig-Universitätsklinikum Gießen HNO-Heilkunde, Gießen
  • Hiltrud K. Glanz - Justus-Liebig-Universitätsklinikum Gießen HNO-Heilkunde, Gießen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod643

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod643.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Gökce et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei einer ausgeprägten sog. Otitis externa maligna kann die Schädelbasisosteomyelitis zu Hirnnervenausfällen führen. Eine synchrone bilaterale Otitis externa maligna mit bilateraler Fazialisparese ist unseres Erachtens bisher noch nicht beschrieben.

Material: Wir berichten von einem 71-jährigen Patienten mit einem insulinpflichtigen Diabetes und einer beidseitigen Otitis externa maligna, der rasch und nahezu zeitgleich beidseits eine komplette periphere Fazialisparese sowie eine mittelgradige kombinierte Hörminderung mit vorwiegender Schallempfindungsstörung entwickelte. Die Gehörgänge waren zu diesem Zeitpunkt beidseits stark entzündlich und basal granulomatös verändert. Die Abstriche aus den Gehörgängen zeigten beidseits einen positiven Pseudomonas-Nachweis, computertomographisch war ein knochendestruierender Prozess der Felsenbeine beidseits im Sinne einer Osteomyelitis nachzuweisen.

Zunächst wurde eine konservative Therapie mit gezielter i.v.-Antibiose, Gehörgangssäuberungen und rheologischen Infusionen mit Trental und Cortison eingeleitet. Nach Rückgang der Gehörgangsentzündung führten wir zunächst links, im Intervall von 10 Tagen rechts eine Gehörgangsrevision mit Dekompression des N. facialis und eine Mastoidektomie b.z.w eine begrenzte Schädelbasisresektion durch. Die histologische Aufarbeitung des intraoperativ entnommen Gewebes zeigte eine akut eitrig-floride Entzündung mit eitrig-florider Osteomyelitis. Postoperativ zeigte sich bisher noch keine Erholung der Fazialisfunktion sowie des Hörvermögens.

Dieser besondere Fall einer Otitis externa maligna als Genese einer bilateralen Fazialisparese wird in Zusammenhang mit der vorliegenden Literatur bezüglich Klinik, Verlauf und Prognose diskutiert werden.