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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Kombination aus Operation und langfristiger antimykotikscher Therapie als Behandlungsstrategie bei invasiver Keilbeinhöhlenmykose und Immunsuppression wegen Multiorgantransplantation

Meeting Abstract

  • corresponding author Lars Harfenmeister - Univ.HNO-Klinik, Campus Virchow, Berlin
  • A. Pascher - Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie CVK Charité, Berlin
  • P. Neuhaus - Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie CVK Charité, Berlin
  • H. Olze - Klinik für HNO-Heilkunde CVK Charité, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod580

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod580.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Harfenmeister et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Invasive Mykosen der NNH sind seltene, aber mit hoher Mortalität einhergehende Komplikationen bei organtransplantierten Patienten mit immunsuppressiver Therapie. Ihre umgehende und suffiziente Diagnostik und Therapie stellen eine interdisziplinäre Herausforderung dar.

Kasuistik: Wir berichten über den Fall einer 36-jährigen Patientin,die wegen seit 4 Wochen bestehenden Kopfschmerzen in unserer Klinik vorstellig wurde. Neurologische Symptome oder Visusveränderungen bestanden nicht.Anamnestisch war eine vor 14 Monate durchgeführte Multi-Organ-Transplantation mit anschließender immunsuppressiver Therapie bekannt. Im CT der NNH zeigte sich eine Verschattung der linken Keilbeinhöhle und des linken Siebbeins.Die Exploration(FESS links mit Sphenoidotomie) zeigte verdickte Schleimhaut mit schwammig-zerfallenden Anteilen. Die Histologie und Mikrobiologie ergaben eine invasive Aspergillose. Daraufhin erfolgte eine endoskopische Operation mit radikaler Ausräumung der Schleimhaut im Bereich der Keilbeinhöhle und des Siebbeins. Anschließend wurde in der Klinik für Transplantationschirurgie eine hochdosierte intravenöse kombinierte antimykotische Therapie (u.a. Caspofungin, Voriconazol) begonnen und diese über einen Zeitraum von einem Jahr fortgeführt. Die MRT- und endoskopischen Kontrolluntersuchungen ergaben seit ca. 4 Monaten keinen Anhalt für ein Residuum bzw. Rezidiv, so daß von einer kompletten Restitutio der invasiven Keilbeinhöhlenmykose auszugehen ist.

Schlussfolgerung: Die Kombination aus endoskopischer Operation des Sinus sphenoidalis und einer langfristigen antimykotischen Kombinationstherapie stellt bei invasiven Mykosen der Keilbeinhöhle eine erfolgversprechende Therapieoption auch bei immunsupprimierten Patienten dar.