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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Kontrolle der Polyposis nasi mit dem Leukotrienrezeptotantagonisten Montelukast bei Patienten mit Analgetikaintoleranz – gehäufte Therapieversager bei Langzeittherapie

Meeting Abstract

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  • corresponding author Stefan Tesche - Klinik und Poliklinik für HNO, Kopf-und Hals-Chirurgie des Universitätsklinikums, Hamburg
  • Adrian Münscher - Klinik und Poliklinik für HNO, Kopf-und Hals-Chirurgie des Universitätsklinikums, Hamburg
  • Thomas Grundmann - Klinik und Poliklinik für HNO, Kopf-und Hals-Chirurgie des Universitätsklinikums, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod563

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod563.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Tesche et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die rezidivierende Polyposis nasi im Rahmen einer Analgetikaintoleranz (AI) stellt ein besonderes therapeutisches Problem der HNO-Heilkunde dar. Nach operativen Maßnahmen sind dazu die langfristige Gabe topischer nasaler Corticoide, die Toleranzinduktion und der Leukotrienrezeptorantagonist Montelukast beschrieben. Eigene Erfahrungen an 13 Patienten über durchschnittlich 19 Monate hatten noch einen guten therapeutischen Effekt des Montelukast gezeigt.

Methodik: Es werden die weiteren Kontrollbefunde dieser n=13 Patienten mit nachgewiesener Analgetikaintoleranz unter Dauertherapie mit Montelukast (Singulair R, 1x10 mg täglich)aufgezeigt. Diese Befunde umfassen die Nasenendoskopie und visuelle Analogskalen hinsichtlich relevanter Symptome. Der Nachbeobachtungszeitraum betrug durchschnittlich 39 Monate.

Ergebnisse: Hatte nach durchschnittlich 19 Monaten bei guter Symptomkontrolle noch bei nur 3 der 13 Patienten (23%) eine relevante Rezidivpolyposis vorgelegen, so wiesen nach der aktuellen Nachbeobachtungszeit 8 der 13 Patienten (61%) eine solche auf. Dies ging auch mit einer Verschlechterung des Symptomscores einher. Durchschnittlich dauerte es 31 Monate bis die Rezidivpolyposis auftrat (min.: 9/ max.: 84 Monate). Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Schlussfolgerung: Bei der Therapie mit Montelukast zur Rezidivprophylaxe der Polyposis nasi bei AI ist bei Langzeitanwendung in relevantem Umfang mit einem Rückgang des Therapieeffektes zu rechnen. In diesen Fällen sind entsprechend die therapeutischen Alternativen zu berücksichtigen. Wünschenswert wäre ein Testverfahren, mit dessen Hilfe bereits im Vorfeld Patienten nach den jeweils zu erwartenden Therapieerfolgen selektioniert werden könnten.