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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Das Silent Sinus Syndrom: Kieferhöhlenatelektase mit Enophthalmus und Hypoglobus

Meeting Abstract

  • corresponding author Robert Mlynski - Univ. HNO-Klinik Würzburg, Würzburg
  • Gerald Baier - Univ. HNO-Klinik, Würzburg
  • Jörg Ebmeyer - Univ. HNO-Klinik, Würzburg
  • Juliane Mlynski - Univ. Augenklinik, Würzburg
  • Heimo Steffen - Univ. Augenklinik, Würzburg
  • Andreas Prescher - Institut für Anatomie, RWTH Aachen
  • Konrad Schwager - Univ. HNO Klinik, Würzburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod557

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod557.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Mlynski et al.
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Gliederung

Text

Das Silent Sinus Syndrom ist eine seltene Sonderform der chronischen Sinusitis maxillaris mit spontanem Enophthalmus und Hypoglobus. Chronisch entzündliche Veränderungen der Kieferhöhle führen zu einer Degeneration des Sinus maxillaris mit konsekutiver Alteration der normalen Orbitaarchitektur und –funktion. Anhand von zwei Fallbeispielen sollen die zugrunde liegende Klinik, Pathogenese, Befunde und Therapie dieser Erkrankung systematisch dargestellt werden.

Eine 70-jährige Dame und ein 26-jähriger Mann stellten sich mit Tiefstand eines Auges und gelegentlichen Doppelbildern in unserer Sprechstunde vor. Radiologisch kam bei beiden Patienten die Totalverschattung eines Sinus maxillaris zur Darstellung. Die aus der Einziehung der knöchernen Kieferhöhlenwände resultierende Vergrößerung der Orbita bedingte einen Tiefstand und ein Zurücksinken des Augapfels. Nach endonasaler, endoskopisch-mikroskopischer Infundibulotomie und supraturbinaler Fensterung der betroffenen Kieferhöhle besserte sich der Enopthalmus im Verlauf und die Diplopie sistierte.

Das Silent Sinus Syndrom manifestiert sich hauptsächlich als einseitiger Enophthalmus mit fazialer Asymmetrie und gelegentlichen Doppelbildern. Der klinische Verlauf ist bis zu diesem Zeitpunkt stumm und ohne rhinitische Beschwerden. Die radiologischen Befunde sind charakteristisch durch die Einziehung aller Wände des Sinus maxillaris. Hierdurch können irreführend z.B. Pseudotumoren der Fossa pterygopalatina vorgetäuscht werden. Die Behandlung besteht aus der chirurgischen Sanierung der pathogenetisch bedeutsamen osteomeatalen Einheit.