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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Ist die Antibiotikaprophylaxe bei Septum- und Septorhinoplastik verzichtbar?

Meeting Abstract

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  • corresponding author Dirk Knöbber - Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Homburg
  • Thomas Verse - Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Homburg
  • Xenia Schlenzig - Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Homburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod488

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod488.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Knöbber et al.
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Gliederung

Text

Während die OP-Techniken der Septum- und Septorhinoplastik standardisiert sind, wird die Antibiotikaprophylaxe kontrovers diskutiert.

Ziel der Studie ist es, den Nutzen einer Antibiotikaprophylaxe bei Eingriffen an der Nase zu ermitteln.

In einer prospektiven randomisierten Studie wurden 120 Patienten mit Septum- und Septorhinoplastik postoperativ untersucht. 60 Patienten erhielten Antibiotikaprophylaxe mit 3 x 1,5 g Cefuroxim i.v. für 3 Tage, bei weiteren 60 Patienten wurde kein Antibiotikum verabreicht. In der postoperativen Phase erfolgten bei allen Patienten die Nasenendoskopie mit der 30°- und 70°-Optik zur Beurteilung der Nasenschleimhäute, der Nasensekretion sowie einer auftretenden Infektion. Bei Veränderung des Nasensekretes erfolgten Nasenabstriche zur mikrobiologischen Untersuchung.

In beiden Patientenkollektiven stiegen während der Zeit der Tamponade die Entzündungsparameter (Leukozyten, CRP) nicht an. Nach Detamponade konnten eine Rötung und Schwellung der Nasenschleimhaut gleichermaßen in beiden Kollektiven gesehen werden. Postoperative Entzündungen mit Umschlagen des klaren in trübes Nasensekret sahen wir zwölfmal bei den Patienten ohne Antibiotikaprophylaxe, elfmal in der Antibiotikagruppe. Eitriges Sekret zeigte sich zweimal ohne Antibiose, dreimal nach Antibiotikaprophylaxe. Ein Septumhämatom trat in beiden Gruppen je viermal auf. Einen Septumabszess sahen wir nach Septorhinoplastik ohne Antibiotikaprophylaxe bei 2 Patienten mehrere Tage nach Entlassung aus stationärer Behandlung.

Aufgrund unserer Untersuchung können wir keinen signifikanten Unterschied der Patientenkollektive mit und ohne Antibiotikaprophylaxe feststellen, weshalb eine perioperative Antibiotikaprophylaxe verzichtetbar erscheint.