gms | German Medical Science

77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Minimierung der postoperativen Morbidität nach Rippenknorpelentnahme im Rahmen des Ohrmuschelaufbaus

Meeting Abstract

  • corresponding author Henning Frenzel - Klinik für HNO-Heilkunde & Plastische Operationen, Lübeck
  • Ralf Katzbach - Praxis, Lübeck
  • Armin Steffen - Klinik für HNO-Heilkunde, Lübeck
  • Michael Hüppe - Klinik für Anaesthesiologie, Lübeck
  • Stefan Nitsch - Klinik für HNO-Heilkunde, Lübeck

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod477

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod477.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Frenzel et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Die Entnahme von autologem Rippenknorpel zur Rekonstruktion von Ohrmuschelfehlbildungen wird seit langem erfolgreich praktiziert und führt zu ästhetisch guten Ergebnissen mit unbegrenzter Lebensdauer. Der Rekonstruktionsmethode mit Knorpel wird häufig eine hohe Morbidität zugeschrieben, z. B. postoperative oder dauerhafte Schmerzen, große beeinträchtigende Narben oder auch Thoraxdeformitäten sowie Pneumothorax.

Wir untersuchen, ob mit einer modernen peri- und postoperativen Schmerztherapie über eine intrainzisionale Dauerapplikation von Lokalanästhetika und einer minimalen Schnittlänge von 4 cm eine Entnahme mit geringer Morbidität durchführen ist.

Methoden: a) In einer randomisierten, halbverblindeten Studie vergleichen wir die intrainzisionale Applikation von Ropivacain über einen Epiduralkatheter mit der Applikation über einen neuartigen 12cm langen Katheter (On-Q PainBuster®). Mittels visueller Analogskalen wurden das subjektive Schmerzempfinden gemessen.

b) Eine Nachbeobachtung der Patienten nach Rippenknorpelentnahme erfolgt regelhaft zum 2. und 3. Operationsschritt. Dabei erfolgt eine Inspektion von Narbe und Thoraxform und Befragung der Patienten.

Ergebnisse: Die Applikation von Ropivacain über den neuen Katheter (On-Q PainBuster®) führt zu einer deutlich verringerten subjektiven Schmerzbelastung und zu einer deutlich früheren Mobilisierung der Patienten bei geringerem Ropivacainverbrauch. Die kleine 4 cm lange thorakale Narbe führt zu keinen funktionellen Einschränkungen und ist ästhetisch wenig belastend. Thoraxdeformitäten oder Pneumothorax sind nicht beobachtet worden.

Schlussfolgerung: Unsere Untersuchungen zeigen, dass eine Rippenknorpelentnahme problemlos mit geringen postoperativen Beschwerden möglich ist.