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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Epstein-Barr-Virus-assoziiertes hochmalignes B-Zell-Lymphom des Hypopharynx: Fallbericht

Meeting Abstract

  • corresponding author Kathrin Hellweg - HNO-Klinik, Univ. Schlesw.-Holst., Campus Kiel, Kiel
  • Christian Cordes - HNO-Klinik, Univ. Schlesw.-Holst., Campus Kiel, Kiel
  • Stefan Gottschlich - HNO-Klinik, Univ. Schlesw.-Holst., Campus Kiel, Kiel
  • Katharina Tiemann - Inst. f. Hämatopathologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holst., Campus Kiel, Kiel

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod373

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod373.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Hellweg et al.
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Gliederung

Text

Die Assoziation zwischen Epstein-Barr-Virus (EBV)-Infektionen und Nasopharynxkarzinomen oder Burkitt-Lymphomen ist bekannt. Hier wird der Fall eines EBV-assoziierten B-Zell-Lymphoms des Hypopharynx beschrieben.

Ein 63-jähriger Patient mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) (ED 02/95) stellte sich im April 2004 mit einer eingeschränkten Stimmlippenbeweglichkeit rechts sowie einer Raumforderung im rechten Sinus piriformis vor. Die Halssonographie zeigte keine suspekten Lymphknoten. Die histologische Untersuchung zeigte ein EBV-induziertes hochmalignes B-Zell-Lymphom (centroblastisches Lymphom vom polymorphen Subtyp). Der Patient erhielt eine Chemotherapie. Kurze Zeit später traten im Rahmen der Therapie Komplikationen wie Dünn- und Dickdarmperforationen sowie eine respiratorische Insuffizienz auf, an deren Folgen der Patient schließlich im Juni 2004 verstarb.

Eine Hypothese zur Pathogenese ist, dass durch die Steroid- und Fludarabin (Purin-Analogon) induzierte T-Zell-Suppression im Rahmen der Therapie der CLL eine EBV-Infektion gebahnt wurde, wie dies auch für andere opportunistische Infektionen gilt. Möglicherweise führte dann bei diesem Patienten die EBV-Infektion zur Entwicklung des hochmalignen B-Zell-Lymphoms im Hypopharynx. EBV-assoziierte Nasopharynxkarzinome und das EBV-assoziierte Burkitt-Lymphom sind bekannt, der Fall eines EBV-assoziierten Hypopharynxkarzinoms ist bisher nicht beschrieben. Bei Patienten, die in der Vorgeschichte immunsuppressiv behandelt wurden, sollte diese Möglichkeit differentialdiagnostisch in Betracht gezogen werden.