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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Capsaicin-Schwellentest als Methode zur Bestimmung der intraoralen trigeminalen Sensibilität

Meeting Abstract

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  • Susanne Steiner - Univ.-HNO-Klinik, Rostock
  • corresponding author Tino Just - Univ.-HNO-Klinik, Rostock
  • Hans Wilhelm Pau - Univ.-HNO-Klinik, Rostock
  • Thomas Hummel - Univ.-HNO-Klinik, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod324

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod324.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Steiner et al.
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Gliederung

Text

Zur Bestimmung der trigeminalen Sensibilität der Zunge beim Menschen steht derzeit kein standardisiertes Verfahren zur Verfügung.

Ziel der Untersuchung war es, einen Test zur Untersuchung der intraoralen trigeminalen Sensitivität zu erproben. Hierfür wurden Capsaicin-Filterpapierstreifen in 5 verschiedenen Konzentrationen (0.0001% [C5], 0.001% [C4], 0.01% [C3], 0.1% [C2] und 1% [C1]) gefertigt. 35 gesunde Probanden (19 Frauen und 16 Männer im Alter zwischen 24 und 59 Jahren) herangezogen.

Die imprägnierten Filterstreifen wurden auf die herausgestreckte Zunge gelegt. Die Reizdauer betrug 5 Sekunden. Die Probanden bewerteten Beginn, Dauer, Intensität und die Qualität der Empfindungen (4 Schmeckqualitäten, 9 verschiedene trigeminale Deskriptoren) 10 Sekunden nach der Reizdarbietung. Es erfolgten Ganzmund- und seitengetrennte Untersuchungen. Die Reizdarbietung wurde in pseudo-randomisierter Reihenfolge einschließlich zweier Leerproben vorgenommen. Zudem erfolgten chemische Schmecktestungen mit dem validierten „Schmeckstreifen“-Verfahren.

Jüngere Probanden waren Capsaicin-empfindlicher. Im Vergleich zu der älteren Probandengruppe wurden für die Intensität und Dauer der Empfindung signifikante Unterschiede festgestellt. Das Schmeckvermögen wies eine negative Korrelation mit dem Beginn der Wahrnehmung auf: je empfindlicher das Schmecken, desto früher das Brennen auf der Zunge (C1: r=-0,37 und C2: r=0,50).

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Capsaicinschwellenbestimmung mittels Filterpapierstreifen die erwarteten Unterschiede der intraoralen trigeminalen Sensitivität hinsichtlich Alter, Geschlecht und Schmeckvermögen belegt.