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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Funktionelle Anosmie - was kann dahinter stecken ?

Meeting Abstract

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  • corresponding author Heike Marschner - HNO FSU, Jena
  • Hilmar Gudziol - HNO-Klinik, Jena
  • Thomas Hummel - HNO-Klinik, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod322

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod322.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Marschner et al.
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Gliederung

Text

Riechgestörte, die nach dem SDI – Score als Anosmiker eingestuft werden, haben zuweilen noch Riechwahrnehmungen. In diesen Fällen sprechen wir von einer funktionellen Anosmie. Es soll im Rahmen einer prospektiven Studie untersucht werden, wie sich bei funktionellen Anosmikern im zeitlichen Verlauf die Schwelle, das Diskriminations –und Identifikationsvermögen verhält. Möglicherweise kann anhand des SDI – Tests eine Unterscheidung zwischen einer peripheren und einer zentral bedingten Anosmie getroffen werden.Aus den Datenbanken der Hals – Nasen – Ohren – Universitätskliniken Dresden und Jena wurde ein gemeinsamer Pool gebildet, aus dem die Verteilung des Diskriminations –und Identifikationsvermögens in Bezug auf die Schwellenwerte ermittelt wurden.

Es gibt funktionelle Anosmiker, die einen guten Schwellenwert(S > 5,0) und relativ niedrige Diskriminations –und Identifikationswerte haben. Möglicherweise ist bei diesen Patienten das periphere Riechorgan in Ordnung (gute Schwelle), die höheren kognitiven Leistungen jedoch beeinträchtigt (schlechte Diskriminations– und Identifikationswerte). Daneben gibt es eine Gruppe funktioneller Anosmiker, die einen schlechten Schwellenwert (S < 1,5) und relativ hohe Diskriminations –und Identifikationswerte haben. Möglicherweise ist bei diesen Patienten das periphere Rezeptororgan geschädigt (schlechte Schwelle), die höheren kognitiven Leistungen

(gute Diskriminations –und Identifikationswerte) jedoch so gut ausgeprägt, dass Riecheindrücke im überschwelligen Bereich wahrgenommen werden können. Ein gutes Identifikationsvermögen spricht für ein gutes Langzeitgedächtnis. Hohe Werte für die Diskrimination geben möglichwerweise Hinweise auf ein gut ausgebildetes Kurzzeitgedächnis.