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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Ist die Otosklerose eine besondere Lokalisation des Morbus Paget?

Meeting Abstract

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  • corresponding author Hans Peter Niedermeyer - HNO Klinik und Poliklinik, Klinikum r.d. Isar, Technische Universität München, München
  • Wolfgang Arnold - HNO Klinik und Poliklinik, Klinikum r.d. Isar, Tec, München

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod277

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod277.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Niedermeyer et al.
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Gliederung

Text

Die Otosklerose ist die häufigste Ursache für Schwerhörigkeit in der westlichen Welt. In der Vergangenheit wurde diskutiert, ob es sich bei der Otosklerose um eine besondere Lokalisation des Morbus Paget, handeln könnte, da sich diese beiden Erkrankungen histologisch kaum voneinander unterscheiden lassen. Vor ca. 20 Jahren wurden dann elektronenmikroskopisch in Osteoklasten, die sowohl im Morbus Paget als auch in der Otosklerose eine wesentliche Rolle im Knochenumbauprozess spielen, zunächst im M. Paget und kurz darauf auch im Otoskleroseherd Paramyxovirus-ähnliche Strukturen gefunden und als möglicher Auslöser beider Erkrankungen diskutiert. Die im weiteren Verlauf fast parallel verlaufenden immunhistochemischen und molekularbiologischen Untersuchungen unterstützten eine sehr enge Assoziation zwischen einer Masernviruspersistenz und den beiden Erkrankungen. Genotypisierungen von Masernvirus RNA Sequenzen in der Otosklerose zeigten eindeutig, daß das Virus im Otoskleroseherd über viele Jahrzehnte persistiert. Auch der extrem schwierige Nachweis des Virus in beiden Erkrankungen spricht für eine Viruspersistenz. Auch epidemiologische Studien untermauern die Hypothese eines ätiopathogenetischen Zusammenhangs zwischen Msernviruspersistenz und den beiden Erkrankungen, nachdem seit Einführung der Masernvirusschutzimpfung beide Erkrankungen signifikant rückläufig sind. Warum bei geimpften Personen trotzdem offensichtlich beide Erkrankungen auftreten können, wird Gegenstand weiterer Untersuchungen sein müssen. Feststeht, daß Otosklerose und Morbus Paget weitgehende pathogenetische Gemeinsamkeiten aufweisen und somit die Otosklerose auch wieder als eine besondere Lokalisation des M. Paget angesehen werden könnte.

Unterstützt durch DFG NI 524/2-1.