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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Wegenersche Granulomatose mit beidseitiger Innenohrschwerhörigkeit, chronischer Otitis media und einseitiger Fazialisparese

Meeting Abstract

  • corresponding author Dorothee Lücke - Univ.-Klinik Charité, Campus Virchow, Berlin
  • Claus Müller-Kortkamp - HNO, Charité, Campus Virchow, Berlin
  • Christoph Schäper - Innere Medizin, Schwerpunkt Infektiologie, Charité, Campus Mitte, Berlin
  • Dirk Kaiser - Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie, Helios Klinikum Emil von Behring, Berlin
  • Heidi Olze - HNO, Charité, Campus Virchow, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod269

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod269.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Lücke et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Wegenersche Granulomatose stellt eine granulomatöse Entzündung vorzugsweise der Atemwege sowie der Nieren dar, die sich unbehandelt zu einer generalisierten, nekrotisierenden Vaskulitis weiterentwickeln kann. Die Ohren können in Form von einer Otitis media sowie Innenohrschwerhörigkeit betroffen sein.

Kasuistik: Wir berichten über eine 61-jährige Patientin, die sich mit einer akuten, inkompletten, peripheren Fazialisparese und progredientem Hörverlust links in unserer Klinik vorstellte. Wegen einer Innenohrschwerhörigkeit und chronischer Mittelohrentzündung rechts war die Patientin auswärts bereits mit Parazentese, Mastoidektomie und Infusionstherapie behandelt worden. Zudem war dort im CT Thorax ein Einschmelzungsherd im Unterlappen rechts aufgefallen, der tuberkulostatisch behandelt wurde.

Folgende Befunde wurden erhoben: mesotympanale Trommelfellperforation bds.; Audiometrie: hochgradige kombinierte Schwerhörigkeit bds.; Labor: CRP 16,38mg/dl, Leukozyten 14,4/nl, PR3-ANCA: negativ; CT Felsenbein: komplett verschattetes Mastoid links; Histologie (durch Mastoidektomie gewonnen): kein richtungsweisender Befund; Abstrich: kein Keimwachstum. Erst die Entnahme einer Histologie aus dem pulmonalen Herd über eine Thorakotomie sicherte die Diagnose eines Mb. Wegener. Nach Einleitung einer Prednisolon-Therapie kam es bereits zu einer zur Regredienz des Hörvermögens und der Fazialisparese.

Schlussfolgerung: An die Differentialdiagnose eines Mb. Wegener sollte bei chronischer Otitis media, progredienter Innenohrschwerhörigkeit sowie einer unklaren Fazialisparese auch bei negativer Histologie und negativen PR3-ANCA gedacht werden. Richtungsweisend können dabei stark erhöhte Entzündungsparameter ohne Erregernachweis sein.