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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Diagnostik und Differenzialdiagnose der Mittelohrtuberkulose

Meeting Abstract

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  • corresponding author Kristina Kolbow - Universitätsklinik Lübeck, Lübeck
  • Konrad Sommer - HNO-Universitätsklinik Lübeck, Lübeck
  • Barbara Wollenberg - HNO-Universitätsklinik Lübeck, Lübeck

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod266

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod266.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Kolbow et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bedingt durch eine abnehmende Häufigkeit der generalisierten Tuberkulose in den westlichen Ländern gehört die Mittelohrtuberkulose als extrapulmonale Manifestation der Tuberkulose zu den seltenen Krankheitsbildern. Aufgrund der oft unspezifischen Symptomatik fällt eine klinische Abgrenzung zur unspezifischen chronisch-granulierenden Otitis media, der Mastoiditis und des Cholesteatoms schwer. Wegen der komplexen Differentialdiagnostik gelingt die endgültige Diagnosestellung oft erst nach einem längeren Krankheitsverlauf.

Patienten und Methodik: Die Selektion der Patienten mit Mittelohrtuberkulose erfolgte aus dem Patientengut der extrapulmonalen Tuberkulosefälle der HNO-Klinik Lübeck.

Ergebnisse: Es wurde in den letzten 10 Jahren bei 4 Patienten histologisch eine Mittelohrtuberkulose diagnostiziert. Die Diagnose wurde durch den kulturellen Nachweis und Polymerase chain reaction (PCR) gestellt. Der kulturelle Nachweis erfordert eine mehrwöchige Kultur. Im Gegensatz dazu liegt das Ergebnis der PCR bereits innerhalb weniger Tage vor, so dass ein schneller Therapiebeginn möglich ist.

Als Therapie der Wahl hat sich die chirurgische Sanierung des Ohres in Kombination mit einer Chemotherapie etabliert, da eine alleinige Chemotherapie in der Literatur mit einer hohen Rezidivhäufigkeit in Zusammenhang gebracht wird.

Schlussfolgerung: Unserer Erfahrung nach sollte bei langandauernder und therapieresistenter Otorrhoe mit guter Pneumatisation des Mastoids, bei progredienter einseitiger Schwerhörigkeit, Facialisparese unklarer Genese, mehrfachen Trommelfellperforationen, sowie langandauernden Otitiden mit frustranen unterschiedlichen Antibiotikatherapien und vermeintlich sterilen Ohrabstrichen an eine Mittelohrtuberkulose gedacht werden.