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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Organerhaltende Therapiekonzepte bei der Behandlung des hochdifferenzierten Chondrosarkoms des Ringknorpels

Meeting Abstract

  • corresponding author Alexandra Streckfuß - HNO Universitäts-Klinik Heidelberg, Heidelberg
  • Christian Sittel - Hals- Nasen- Ohren, Heidelberg
  • Burkhard Helmke - Pathologie, Heidelberg
  • Peter Plinkert - Hals- Nasen- Ohren, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod231

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod231.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Streckfuß et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Chondrosarkom des Larynx ist ein seltener maligner Tumor, der einen geringen Malignitätsgrad und eine sehr geringe Metastasierungstendenz bei langsamen Wachstum aufweist. Die Erfahrungen der letzten Jahren haben gezeigt, dass aus onkologischer Sicht ein operativ- organerhaltendes Vorgehen möglich ist und somit eine Laryngektomie als primäre Therapie heute als obsolet angesehen werden kann.

Fallbericht: 2 Patienten mit einem hochdifferenzierten Chondrosarkom des Ringknorpels wurden organerhaltend operiert. Bei einer 66- jährigen Patientin konnte eine R0-Situation durch totale Ringknorpelresektion mit Tracheaquerresektion erreicht werden. Trotz mehrfacher laryngotrachealer Rekonstruktionen blieb eine permanente Tracheotomie erforderlich. Im Falle eines weiteren 50- jährigen Patienten wurde eine funktionell günstigere, subtotale Cricoidektomie mit bewußter R1 Resektion durchgeführt. Sowohl Laryngektomie als auch dauerhafte Tracheotomie konnten auf diese Weise vermieden werden. Der Patient ist seit 15 Monaten rezidiv- und beschwerdefrei bei zufriedenstellender Stimmqualität und Schluckfunktion. Alle relevanten Befunde wurden videodokumentiert.

Fazit: Organerhalt ist nur sinnvoll bei simultanem Funktionserhalt. Bei guter Patientencompliance ist aufgrund der geringen Rezidiv- und Metastasierungstendenz des hochdifferenzierten Chondrosarkoms eine R1 Resektion zugunsten des Funktionserhaltes vertretbar. Engmaschige klinische und CT gestützte Kontrollen müssen zur Früherkennung eines Rezidivs angeschlossen werden.