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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Konzentrationsgradienten für Gentamicin und Dexamethason in der Perilymphe nach topischer Medikamentenapplikation an die Rundfenstermembran zur lokalen Therapie von Innenohrkrankheiten

Meeting Abstract

  • corresponding author Stefan Plontke - HNO-Universitäts-Klinik, Tübingen
  • Thorsten Biegner - HNO-Universitäts-Klinik, Tübingen
  • Robert Mynatt - Dept. of Otolaryngology, St. Louis University, St. Louis, USA
  • Shane Hale - Dept. of Otolaryngology, Washington University School of Medicine, St. Louis, USA
  • Stefan Borgmann - Institut für Mikrobiologie, Tübingen
  • Bernd Kammerer - Abtlg. für klin. Pharmakologie, Universität Tübingen, Tübingen
  • Hans-Peter Zenner - HNO-Universitäts-Klinik, Tübingen
  • Alec N. Salt - Dept. of Otolaryngology, Washington University School of Medicine, St. Louis, USA

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod196

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod196.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Plontke et al.
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Gliederung

Text

Die lokale Medikamentenapplikation an das Innenohr stellt eine viel versprechende Alternative zur systemischen Therapie dar. Die Verteilung der Medikamente in den Innenohrflüssigkeiten spielt dabei eine wichtige Rolle. Bisherige Experimente mit Ionenmarkern sowie Computersimulationen lassen zum Teil erhebliche Konzentrationsgradienten zwischen den für verschiedene Frequenzabschnitte kodierenden Regionen der Cochlea auch nach längeren Applikationszeiten vermuten.

In den hier vorgestellten Experimenten wird eine Methode demonstriert, mit der es zum ersten Mal möglich war, Konzentrationsgradienten in der Perilymphe der Scala tympani nach Rundfensterapplikation zu quantifizieren. Nach zwei- bzw. dreistündiger Applikation von Gentamicinsulfat (Refobacin®, 40mg/ml) bzw. Dexamethason-21-dihydrogenphosphat (Fortecortin® Injekt 10mg/ml) an die Rundfenstermembran des Innenohres beim Meerschweinchen wurden nach hydrophober Vorbereitung des Apex cochleae über einen ventrolateralen chirurgischen Zugang zur Cochlea zehn sequentielle apikale Perilymphproben zu je circa 1µl entnommen und mittels Fluoreszens-Polarisations-Immunoassay bzw. HPLC analysiert.

Die Medikamenten-Konzentrationen der ersten Proben eines jeden Experimentes (aus dem mehr apikalen Bereich) waren deutlich geringer als die der dritten und vierten Proben (aus dem basalen Bereich der Scala tympani). Die Interpretation der Messergebnisse mit Hilfe eines etablierten Computermodells zeigte ein Konzentrationsprofil entlang Scala tympani mit baso-apikalen Konzentrationsgradienten mit einem Faktor bis zu 10.000.

Diese Erkenntnisse sind von hoher Bedeutung für die Therapie akuter und chronischer Innenohrerkrankungen durch lokale Medikamentenapplikation an die Rundfenstermembran.