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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Prävalenz von auditorischer Neuropathie/ auditorischer Synaptopathie

Meeting Abstract

  • corresponding author Astrid Foerst - Hals-, Nasen-, Ohrenklinik der Universität zu Köln, Köln
  • Dirk Beutner - Hals-, Nasen-, Ohrenklinik der Universität zu Köln, Köln
  • Ruth Lang- Roth - Hals-, Nasen-, Ohrenklinik der Universität zu Köln, Köln
  • Karl- Bernd Hüttenbrink - Hals-, Nasen-, Ohrenklinik der Universität zu Köln, Köln
  • Hasso von Wedel - Hals-, Nasen-, Ohrenklinik der Universität zu Köln, Köln
  • Martin Walger - Hals-, Nasen-, Ohrenklinik der Universität zu Köln, Köln

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod184

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod184.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Foerst et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Patienten mit einer auditorischen Neuropathie/ auditorischen Synaptopathie (AN/ AS) zeigen in der Regel nachweisbare transiente otoakustische Emissionen (TEOAE) und/ oder cochleäre Mikrophonpotentiale (CM), bei gleichzeitig fehlenden oder pathologischen frühen akustisch evozierten Potentialen (FAEP). Die Häufigkeit dieser Erkrankung ist bislang nicht sicher bekannt.

Methoden: In einem Zeitraum von 1997 bis 2005 wurden insgesamt 5190 Kinder aufgrund von unsicheren Hörreaktionen bzw. mit Risikofaktoren für eine Schwerhörigkeit auf das Vorliegen einer AN/ AS untersucht. Die Hörprüfungen umfassten neben der Ton- und Impedanzaudiometrie, bei 3415 Kindern auch die Messung der TEOAE und die Ableitung der FAEP.

Ergebnisse: Dabei zeigten 379 Kinder auffällige FAEP- Muster mit Hörschwellen von > 80 dB HL im Sinne einer hochgradigen Schwerhörigkeit. Innerhalb dieses Kollektivs konnten wir bei 32 Kindern mit Hilfe nachweisbarer TEOAE bzw. cochleärer Mikrophonpotentialen eine AN/ AS diagnostizieren. Bei der Hälfte der Kinder (n= 16) konnte die Diagnose im ersten Lebensjahr gestellt werden. Es resultiert eine Prävalenz von AN/ AS von 0,62 % in Bezug auf das Gesamtkollektiv und von 8,44 % bei der selektierten Gruppe mit hochgradig schwerhörigen Kindern.

Schlussfolgerung: Diese Studie zeigt, dass eine AN/ AS nicht selten bei Kindern mit einer hochgradigen Schwerhörigkeit vorliegt. Durch den Einsatz geeigneter Untersuchungsmethoden (TEOAE, FAEP) sowie das gesteigerte Bewusstsein für dieses Krankheitsbild, können heute Patienten mit AN/ AS schneller erkannt werden. Für die Einleitung geeigneter therapeutischer und rehabilitativer Maßnahmen ist eine frühzeitige Erkennung einer AN/ AS Vorraussetzung.