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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Keimspektrum und Resistenzlage beim Peritonsillarabszess

Meeting Abstract

  • Sabine Weiss - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
  • Guido Mühlmeier - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
  • Anja Sigge - Universitätsklinik Ulm, Mikrobiologie, Ulm
  • Andreas Essig - Universitätsklinik Ulm, Mikrobiologie, Ulm
  • corresponding author Heinz Maier - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod171

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod171.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Weiss et al.
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Gliederung

Text

Zur Untersuchung des Erregerspektrums bei Peritonsillarabszessen und deren Resistenzlage gibt es eine Reihe von älteren Studien, bei denen nur kulturelle Nachweisverfahren eingesetzt wurden. Insbesondere bei Mischinfektionen können langsam wachsende Erreger kulturell nicht zuverlässig nachgewiesen werden.

In dieser Studie wurde 62 Abszesspunktate sowohl kulturell als auch molekularbiologisch (FISH-Technik) untersucht. Um Anaerobier mitzuerfassen, wurden eine strikte Kühlkette eingehalten und die Präparate einer umgehenden Diagnostik zugeführt.

Im Durchschnitt berichteten die Patienten über eine Beschwerdedauer von 3,7 Tagen sowie eine Einnahme von Antibiotika über 2,1 Tage vor der Vorstellung in der Klinik. 25 Patienten wurden durch eine Abszessspaltung und 37 Patienten durch eine Tonsillektomie à chaud behandelt. Die häufigsten Keime waren Streptokokkus spp., Prevotella spp., Fusobacterium spp. und Haemophilus influenzae. 23 Patienten hatten ein ausschließlich aerobes, 10 Patienten ein anaerobes und 25 Patienten ein gemischtes Keimspektrum. Bei 2 Patienten wurde eine physiologische Flora diagnostiziert, bei 2 weiteren Patienten konnten keine Keime nachgewiesen werden. Resistenzen ergaben sich für Penicillin G bei 17 Patienten, für Clindamycin bei 11, für Cefotaxim (aerobe Keime) bei 5 und für Metronidazol (anaerobe Keime) bei 3 Patienten.

Zusammenfassend liegen beim Peritonsillarabszess am häufigsten Mischinfektionen vor. Bei etwa 70% aller Patienten wären die Keime auf Penicillin G empfindlich gewesen. In den restlichen Fällen fehlte oftmals die Wirkung auf die anaeroben Keime. Mit der FISH-Technik gelingt eine gute Charakterisierung der Keimspektren.