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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Der praevertebrale Abszeß – lebensbedrohliche Komplikation einer Infektion der tiefen Halsweichteile bei sieben Patienten

Meeting Abstract

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  • corresponding author Max-Hubertus Allert - LBK-HNO-Klinik, Allgemeines Krankenhaus Altona, Hamburg
  • Jobst von Scheel - LBK-HNO-Klinik, Allgemeines Krankenhaus St. Georg, Hamburg
  • Ernst-Joachim Malzfeldt - Abteilung für Strahlendiagnostik und Nuclearmedizin, Allgemeines Krankenhaus Alt, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod161

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod161.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Allert et al.
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Gliederung

Text

Infektionen der tiefen Halsweichteile können als eine Komplikation z.B. der akuten Tonsillitis auftreten. Die Abszedierung in den praevertebralen Raum des Halses ist eine seltene und lebensbedrohliche Folge mit vergleichsweise unspezifischen klinischen Zeichen.

Wir berichten über sieben Patienten mit praevertebraler Abszedierung, die in den letzten zwei Jahren in der LBK-HNO-Klinik des Allgemeinen Krankenhauses Altona in Hamburg behandelt wurden und folgende Ursachen hatten: Peritonsillarabszeß (2), Zustand nach cervikaler „Neuraltherapie“ (2), Perforation des Hypopharynx nach digitaler Manipulation (1), dentogener Abszeß (1) und die akzidentelle Indigestion eines Fremdkörpers (1). Die Diagnose wurde jeweils durch CT bzw. MRT gestellt. Neben der breiten Antibiose wurden alle Patienten durch die zervikale Drainage und die zervikale Mediastinotomie erfolgreich therapiert. Zusätzlich wurden bei zwei Patienten eine Laminektomie bei epiduraler Abszedierung mit Tetraparese, eine Thorakotomie bei Pleuraempyem sowie eine Zahnextraktion erforderlich.

Die Einbeziehung des praevertebralen Abszesses in die differentialdiagnostische Abklärung einer Infektion der tiefe Halsweichteile sowie die frühzeitige Diagnostik und Therapie sind essentiell für die Prognose dieser lebensbedrohlichen Komplikation.