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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Management iatrogener Ösophagusperforationen

Meeting Abstract

  • corresponding author Jürgen Lautermann - Universitäts-HNO Klinik Essen, Essen, Deutschland
  • Andreas Neumann - Universitäts-HNO Klinik Essen, Essen
  • Thomas Zöpf - Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Essen
  • Holger Sudhoff - Universitäts-HNO Klinik Bochum am St. Elisabeth Hospital, Bochum
  • Klaus Jahnke - Universitäts-HNO Klinik Essen, Essen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod124

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod124.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Lautermann et al.
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Gliederung

Text

Die iatrogene Ösophagusperforation ist noch immer ein potentiell lebensbedrohliches Krankheitsbild. Anhand von sechs Fallbeispielen (Patienten, die uns mit iatrogener Ösophagusperforation zugewiesen wurden), stellen wir verschiedene Therapiestrategien vor und gehen insbesondere auf Neuerungen ein, die sich im Bereich interdisziplinärer Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahren ergeben haben. Zwei Patienten mit Perforationen im Bereich des zervikalen Ösophagus wurden operiert, bei einem weiteren Patienten wurde die Perforation mit Fibrinkleber abgedichtet und bei einem laryngektomierten Patienten wurde ein selbstexpandierender Plastikstent (Polyflex-StentR) zur Überbrückung der Perforation eingesetzt. Zwei Patienten mit Perforation des thorakalen Ösophagus wurden ebenfalls mit diesen Plastikstents versorgt.

Die chirurgische Therapie der Ösophagusperforation gilt weiterhin als Goldstandard, von dem nur in interdisziplinären Einzelfallentscheidungen abgewichen werden sollte. Es werden jedoch zunehmend positive Ergebnisse bei konservativ-endoskopischem Vorgehen vor allem bei thorakalen Ösophagusperforationen berichtet. Deswegen sollte bei jedem Patienten individuell entschieden werden, ob ein operatives oder nicht-operatives Vorgehen gegebenenfalls mit Implantation eines Stents oder Anwendung von Fibrinkleber gewählt werden soll. Trotzdem bleibt die Ösophagusperforation weiter eine gefährliche Erkrankung, die besonders bei multimorbiden Patienten zusätzliche Komplikationen auslösen kann, die die Prognose letztendlich bestimmen.