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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Nahrungsverweigerung und Dyspnoe bei einem 4 Monate alten Kind

Meeting Abstract

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  • corresponding author Ulrike Hosse - Charité, Berlin
  • Dorothee Lücke - Charité, Berlin
  • Bodo Niggemann - Charité, Berlin
  • Heidi Olze - Charité, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod119

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod119.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Hosse et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Nahrungsverweigerung und Dyspnoe stellen insbesondere für Kleinkinder eine vitale Bedrohung dar und zwingen zu sofortiger Diagnostik und Therapie. Differentialdiagnostisch spielen neben kongenitalen Anomalien und Fremdkörpern vor allem entzündliche Prozessen eine Rolle.

Kasuistik: Ein 4 Monate altes Kind wurde über die Kinderklinik mit einem persistierenden hochfieberhaften Infekt sowie Nahrungsverweigerung und Dyspnoe stationär aufgenommen. Eine Dyspnoe bestand bereits rezidivierend seit der Geburt. Unter i. v. antibiotischer Therapie kam es zur Entfieberung sowie rückläufigen laborchemischen Entzündungsparametern. Bei persistierender Dyspnoe und Nahrungsverweigerung erfolgte eine Laryngobronchoskopie. Es zeigte sich eine Laryngomalazie sowie eine diskrete Vorwölbung der Pharynxhinterwand auf Höhe der Epiglottis. Das anschließend durchgeführte MRT ergab einen Retropharyngealsbszeß von 1 cm Breite und 6 cm Länge auf Höhe der Epiglottis beginnend. Umgehend erfolgte die enorale Abszeßspaltung. Nach intensivmedizinischer Überwachung und Respiratorentwöhnung konnte das Kind auf eine Normalstation zurückverlegt werden. Der Befund und die Beschwerden waren unter sonographischen Verlaufskontrollen komplett rückläufig.

Schlussfolgerung: Bei Kleinkindern mit unklaren fieberhaften Infekten, Nahrungsverweigerung und Dyspnoe sollte stets eine laryngoskopische Untersuchung und bei unauffälligem Befund eine Bildgebung erfolgen, um einen Retropharyngealabszeß auszuschließen. Die schnelle Diagnostik und die chirurgische Versorgung sind essentiell, um Komplikationen wie eine Atemwegsobstruktion oder eine Mediastinitis zu vermeiden.

Schlüsselwörter: Retropharyngealabszeß – Dyspnoe – Kleinkind