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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Stellenwert der collaren Mediastinotomie in der Therapie der Mediastinitis in Folge deszendierender tiefer Halsinfektionen

Meeting Abstract

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  • corresponding author Gerd Jürgen Ridder - Univ.-HNO-Klinik, Freiburg
  • Susanne Kinzer - Univ.-HNO-Klinik, Freiburg
  • Carsten C. Boedeker - Univ.-HNO-Klinik, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod101

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod101.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Ridder et al.
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Gliederung

Text

Die Mediastinitis in Folge deszendierender Halsinfektionen stellt eine der gefährlichsten Komplikation mit hoher Letalitätsrate dar. Mit der collaren Mediastinotomie verfügt der HNO-Arzt über einen chirurgischen Zugangsweg diese Komplikation zu beherrschen. Im Zeitraum von 1997 bis 2005 haben wir bei 26 Patienten eine collare Mediastinotomie bei Mediastinitis durchgeführt. 18 Patienten waren männlich und 8 Patienten weiblich. Das mittlere Alter lag bei 51 Jahren (26 – 81 J.). Diagnostisch erfolgte bei 24 Patienten eine Computertomographie und in 2 Fällen eine Kernspintomographie. Ätiologisch fanden wir in der Mehrzahl der Fälle einen deszendierenden Para- oder Retropharyngealabszeß (n=14). In jeweils 4 Fällen konnten wir durchgespießte Fremdkörper und iatrogene Hypopharynx-Ösophagusperforationen nachweisen. Bei 2 Patienten lag ursächlich ein Peritonsillarabszeß vor. Häufigste Erreger waren Abszeß-Streptokokken (n=14), Bacteroides spec. (n=13) und Staph. aureus (n=6). In 62% der Fälle handelte es sich um eine aerob-anaerobe Mischinfektionen. Zu den häufigsten Komorbiditäten zählten Diabetes mellitus, vorbestehende Tumorerkrankungen und Polytoxikomanie. Neben der collaren Mediastinotomie führten wir die Abszeßsanierung in Abhängigkeit von der Abszeßlokalisation von außen oder über einen enoralen Zugang durch. Der stationäre Aufenthalt betrug durchschnittlich 26 Tage. Drei Patienten verstarben an einem septisch-toxischen Multiorganversagen (11,5%). Durch frühzeitige Diagnosestellung und rasches chirurgisches Handeln kann die lebensbedrohliche Mediastinitis in Folge deszendierender Halsinfektionen in den meisten Fällen beherrscht werden. Wir stellen unsere Erfahrungen mit der Behandlung dieser schwerwiegenden Infektionen vor.