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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Bildgebende und spektrale Autofluoreszenzdiagnostik von Tumoren des oberen Aerodigestivtrakes

Meeting Abstract

  • corresponding author Christian Betz - Klinik für HNO-Heilkunde der LMU München, München
  • Thomas Makriniotis - Klinik für HNO-Heilkunde der LMU München, München
  • Herbert Stepp - Laserforschungslabor der LMU München, München
  • Andreas Leunig - Klinik für HNO-Heilkunde der LMU München, München
  • Ronald Sroka - Laserforschungslabor der LMU München, München

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod085

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod085.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Betz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Karzinome des oberen Aerodigestivtraktes weisen unverändert hohe Inzidenz- und Mortalitätsraten auf. Durch eine erleichterte visuelle Identifikation und Abgrenzung früher Tumorstadien könnte dieser Entwicklung entgegenzuwirken sein. Hierzu wurden bildgebende und spektrale Autofluoreszenz-Diagnoseverfahren auf ihre klinische Wertigkeit überprüft.

Methoden: Bildgebende Autofluoreszenz-Untersuchungen (n=80) erfolgten unter Breitbandanregung (λ=380-440 nm) mittels modifizierter Endoskope und integrierbarer CCD-Kamera. Die histopathologische Auswertung erfolgte an 156 Gewebeproben aus Tumor und angrenzendem Normalgewebe. Spektrale Daten wurden nach Breibandanregung (n=58) als auch nach spezifischer Anregung der natürlichen Fluorophore Tryptophan, NADH, FAD und PPIX (n=15) mit jeweils abgestimmten Beobachtungsfiltern erhoben und ausgewertet.

Ergebnisse: Nach Breitbandanregung wiesen (prä-)maligne Läsionen des OADT abgeschwächte Autofluoreszenz-Intensitäten auf. Hierdurch waren diese subjektiv in 85% der Fälle erkennbar und in 47.5% der Fälle gut vom umliegenden Gewebe abgrenzbar. Die histopathologische Auswertung ergab eine Sensitivität von 91% und eine Spezifität von 54%. Unter Breitbandanregung lag der spektrale Kontrast zwischen Tumor und Normalgewebe im Mittel bei 3.5. Bei spezifischer Anregung der einzelnen Fluorophore fanden sich für Tryptophan die größten Intensitätsunterschiede zwischen Tumor und Normalgewebe.

Schlussfolgerungen: Die bildgebende Autofluoreszenz-Diagnostik unter Breitbandanregung eignet sich als Hilfsmittel zur Detektion und Abgrenzung von Tumoren des OADT. Durch gezielte Anregung einzelner Fluorophore könnten Sensitivität und Spezifität evtl. erhöht werden; diesbezüglich sind weitere Untersuchungen in Planung.