gms | German Medical Science

77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Kognitive Therapie bei chronischem Tinnitus

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod040

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod040.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Zenner.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: So wie wir in der HNO-Chirurgie zahlreiche indikationsspezifische Operationsprozeduren nutzen, stellt auch die strukturierte kognitive Tinnitustherapie rund 30 spezifisch zu indizierende, verhaltensmedizinische Therapieprozeduren zur Verfügung. Sie reichen von der kognitiven-emotionalen Verarbeitung über die Aufmerksamkeitsumlenkung im Hörlabor und die mentale Aufmerksamkeitsumlenkung bis zur strukturierten Schulung des REM-Schlafes.

Methoden: Die moderne sinnesphysiologische Hirnforschung hat gezeigt, dass das Hörgehirn zeitgleich nur einen Reiz wahrnehmen kann.

Ergebnisse: Wird die negative Tinnituswahrnehmung durch eine andere Reizwahrnehmung ersetzt, wird die negative Tinnituswahrnehmung im auditorischen Cortex verdrängt. In Analogie zu einem Medikament kann man auch von einer kompetitiven Hemmung der Tinnituswahrnehmung sprechen. Als kompetitive Hemmer oder Antagonisten der negativen Tinnituswahrnehmung dienen dabei entweder eine kognitive Modifikation des Tinnitus (der Tinnitus wird positiv besetzt) und/oder ein sog. kognitiver Antagonist. Ein typischer kognitiver Antagonist ist entweder eine exogene Reizsituation (z. B. ein äußeres Schallereignis). Ziel der kognitiven Therapie ist es jedoch, von einem äußeren Ereignis und damit von einem Apparat unabhängig zu werden und eine Tinnitus ersetzende, also im Gehirn erzeugte, endogene Reizsituation zu schaffen. Ein solcher typischer kognitiver Antagonist ist die positive Imagination.

Schlussfolgerungen: Sie kann im 5 bis 15-stündigen Verlauf der Behandlung verhaltenstherapeutisch aktiv erarbeitet werden und es gelingt in der weit überwiegenden Zahl der Betroffenen bei einem Grad III auf die Weise die Tinnituswahrnehmung zu ersetzen.