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14. Grazer Konferenz – Qualität der Lehre: New Horizons in Teaching and Learning

22. - 24.04.2010, Wien, Österreich

Vom Bild zur Erkenntnis - Didaktisches Visualisieren in der chirurgischen Lehre

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Eva-Christina Prandl - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria
  • author Martin Hubmer - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria
  • author Thomas Rappl - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria
  • author Daniela Malliga - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria
  • author Johannes Fruhwirth - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria
  • author Michael Schintler - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria

14. Grazer Konferenz – Qualität der Lehre: New Horizons in Teaching and Learning. Wien, Österreich, 22.-24.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10grako36

DOI: 10.3205/10grako36, URN: urn:nbn:de:0183-10grako364

Veröffentlicht: 18. November 2010

© 2010 Prandl et al.
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Gliederung

Poster

Einleitung: Bei der Prozessvisualisierung im chirurgischen Unterricht geht es darum, sprachlich nur schwer darstellbare Zusammenhänge und technische Abläufe bei Operationen in visuelle Medien zu übersetzen, um sie besser verständlich zu machen. Die medizinische Bildverarbeitung und Visualisierung bietet verschiedene Möglichkeiten, um gewonnene Daten für den Unterricht in geeigneter Weise aufzubereiten.

Methoden: Ein Modul zum Thema ,,Gefäßchirurgische Operationslehre" wurde mit Hilfe bildgebender Verfahren und Datenvisualisierungen aus Computertomographie und Magnetresonanztomographie mit teils interaktiven Präsentationen gestaltet. Bei der Evaluierung dieser Form der chirurgischen Wissensvermittlung waren insbesondere folgende Fragestellungen von Interesse:

1.
Wie beeinflussen gestalterische Prozesse die Rezeption von wissenschaftlicher Erkenntnis und wie können komplexe chirurgische Abläufe sichtbar gemacht werden?
2.
Welche Rolle spielen mediale Fragen?

Ergebnisse: Aus den Ergebnissen der Evaluation ergab sich Folgendes: Beide Gestaltungsarten der Lernumgebung unterstützten die Lernenden adäquat in ihrem Lernprozess. In allen untersuchten Belangen (Präsentation des Lernstoffes, Zielpräzisierung, problemorientierte Gestaltung, Verständlichkeit, Lernmotivation, Gedächtnishaftung) zeigte die Befragung eine Überlegenheit der multimedial unterstützten Wissensvermittlung um 20-30 % gegenüber der konventionellen Vorlesung. Diese Art der Wissensvermittlung sollte nach Meinung der Befragten als Ergänzung zu Vorlesungen (75%) und zur Prüfungsvorbereitung/Selbststudium (90%) angeboten werden.

Schlussfolgerungen: Der Nutzen der multimedialen Visualisierung als Hilfsmittel in der chirurgischen Lehre ist unbestritten und unterstützt das problemorientierte Lernen durch die Möglichkeit der Vernetzung von klinischer Routine, Lehre und Wissenschaft. Anwendungen bei Lernszenarien bilden die Basis für die Weiterentwicklung des Systems. Ein weitergehender Vergleich zu stark visuell orientierten Fächern, die Praktiken der Visualisierung schon länger anwenden, kann wertvolle Erkenntnisse über den Prozess der voranschreitenden Visualisierung des Wissens bringen.