gms | German Medical Science

14. Grazer Konferenz – Qualität der Lehre: New Horizons in Teaching and Learning

22. - 24.04.2010, Wien, Österreich

Lernen im Gespräch - Formale interprofessionelle Kommunikation in der sozialen Organisation Krankenhaus

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Martin Hubmer - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria
  • author Eva-Maria Prandl - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria
  • author Daniela Malliga - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria
  • author Ingeborg Keeling - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria
  • author Johannes Fruhwirth - Medical University of Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Austria

14. Grazer Konferenz – Qualität der Lehre: New Horizons in Teaching and Learning. Wien, Österreich, 22.-24.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10grako25

DOI: 10.3205/10grako25, URN: urn:nbn:de:0183-10grako258

Veröffentlicht: 18. November 2010

© 2010 Hubmer et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Poster

Einleitung: Besprechungen machen an Klinischen Abteilungen im Schnitt 15% der Arbeitszeit aus. Für das Ergebnis dieser wichtigen Kommunikationsform sind eine gute Besprechungskultur und zielgerichtetes Arbeiten ausschlaggebend. Wir berichten über einen Erfahrungsprozess mit formaler Kommunikation in einem interprofessionellen Personenkreis aus dem Sozial- und Gesundheitswesen im Verlauf eines Universitätslehrgangs für Krankenhausmanagement.

Methoden: Die 32 LehrgangsteilnehmerInnen stammten zu je einem Drittel aus allen Hierarchieebenen der Verwaltung, der Pflege und des ärztlichen Dienstes. 8 TeilnehmerInnen waren StudentInnen.

Am Beginn des viersemestrigen Lehrgangs wurde eine Bestandsaufnahme der Besprechungskultur durch eine Fragebogenerhebung zu elf Aussagen über kulturelle Faktoren der formalen Kommunikation erhoben.

Nach entsprechender professioneller Schulung in Lehrgesprächen, Gruppenübungen und moderierten Diskussionen, Feedback-Techniken, Simulationen und Rollenspielen, wurde die Evaluation am Ende des Lehrgangs wiederholt und eine berufsgruppenspezifische Auswertung durchgeführt.

Ergebnisse: Bei der Eingangsevaluierung der zwei Dimensionen "gute Besprechungskultur und zielgerichtetes Arbeiten" zeigten Personen, die ausschließlich in der Patientenversorgung tätig waren sehr hohe Zufriedenheitswerte, während Personen aus Universitäten und Forschungsinstituten weder mit der Besprechungskultur noch mit der Effektivität zufrieden waren. Bei der Bewertung von Methoden zur Verbesserung der formalen Kommunikation wurde die Visualisierung am höchsten bewertet, gefolgt von der gemeinsamen Reflexion des Besprechungsergebnisses, der klassischen Besprechungsmoderation und dem gezielten Einsatz gruppendynamischer Prozesse.

Eine unzureichende Planung, unscharfe Zielsetzung, unprofessionelle Moderation und mangelhafte Dokumentation der Besprechung wurden für die schlechte Ergebniszufriedenheit verantwortlich gemacht. Während am Beginn des Lehrgangs nur 65% der Befragten mit den Besprechungsergebnissen ihrer Organisation zufrieden waren, wurde die erlebte Verbesserung der Besprechungskultur am Ende von 83% der LehrgangsteilnehmerInnen positiv bewertet.

Schlussfolgerungen: Formale Kommunikation wird in der sozialen Organisation Krankenhaus in Zukunft eine noch größere Rolle spielen als bisher. Kommunikation ist nur dann möglich, wenn die beteiligten Berufsgruppen über ein gemeinsames Verständigungsmodell verfügen. Eine Steigerung der Ergebnisqualität ist nur über eine Verbesserung der kulturellen Faktoren von Besprechungen zu erreichen. Die dafür angewandten Methoden müssen immer auf die Situation, die Zielsetzung und die Organisationskultur abgestimmt sein.