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13. Grazer Konferenz – Teaching Medicine – an Interprofessional Agenda

24. - 26.09.2009, Innsbruck, Österreich

Akkreditierung des MedizinCurriculumWien (MCW) - Erfahrungen aus dem Pilotprojekt

Lecture/Vortrag

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  • corresponding author Martin Lischka - Medical University of Vienna, Core Unit Medical Education, Vienna, Austria

13. Grazer Konferenz - Qualität der Lehre: Teaching Medicine – an Interprofessional Agenda. Innsbruck, Österreich, 24.-26.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09grako12

DOI: 10.3205/09grako12, URN: urn:nbn:de:0183-09grako123

Veröffentlicht: 14. Dezember 2009

© 2009 Lischka.
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Gliederung

Lecture/Vortrag

Ein freiwilliges Akkreditierungsprojekt hat in Europa erstmals 1999/2000 stattgefunden, und zwar für alle medizinischen Fakultäten der Schweiz. Der zuständige Unterstaatssekretär der USA hatte die europäischenWissenschaftsverwaltungen offiziell wissen lassen, dass es – mittelfristig – mit der Anerkennung von Absolventen des Medizinstudiums Probleme geben könnte, wenn die ausbildenden Institutionen nicht akkreditiert sind. Dies fand zunächst aber nur in der Schweiz Beachtung – auf freiwilliger Basis.

Ein Blick auf die mittlerweile in den Mitgliedstaaten der EU und des Bologna-Raums eingetretene Entwicklung zeigt, dass die „Qualitäts-Bewegung” in der Medizinerausbildung in ganz Europa angekommen ist. Zentrale Elemente einer derartigen Qualitätsbewertung sind die Orientierung an einem „Maßstab”, die Einbeziehung kollegialer, externer Experten („Peers”) und die Abwicklung der Projekte durch eigenständige Qualitätssicherungsagenturen.

Bekanntlich war das „alte” Medizinstudium in seinen Grundzügen mehr als 100 Jahre in Kraft. Die MedUniWien hat schon bei der Beschlussfassung zum MCW festgehalten, dass nur ein sich weiter entwickelndes, lebendiges Curriculum ein gutes Curriculum ist. Es lag daher nahe, aus Anlass des Studienabschlusses der ersten regulären Kohorte (2002 – 2008) die Qualität des MCW eingehender zu untersuchen und über Weiterentwicklung nachzudenken.

Auf Empfehlung des Advisory Board für das MCW wurde in Kooperation mit der Österreichischen Qualitätssicherungsagentur (http://www.aqa.ac.at) das „Pilot-Projekt Akkreditierung” (PPA) aufgesetzt. Als Maßstab wurden die „Global Standards for Quality Improvement in Medical Education, European Specifications” der World Federation for Medical Education (http://www.wfme.org) gewählt. Die für ein Evaluationsverfahren typischen Projektschritte folgten einem ehrgeizigen Zeitplan: Projektplanung und Einladung von Fachleuten für medizinische Ausbildung als Gutachter (März 2008), Erstellung des Selbstreports derMUW(Juni bis Oktober 2008), anschließend Beurteilung des Selbstreports durch die externen Gutachter unter dem Vorsitz von Tom Aretz (Harvard Medical School), Vor-Ort – Besuch der fünf Peers (12. – 14. Jänner 2009), Bericht der Gutachter (April / Mai 2009) und Projektabschluss in der Auswertenden Konferenz (Juni 2009).

Im Rahmen des Vor-Ort-Besuchs haben die Gutachter Gesprächstermine mit rund 60 Angehörigen der MUW (inkl. der Studierenden) absolviert. Die Arbeitsatmosphäre wurde von allen Beteiligten als sehr gut bezeichnet.

Der Endbericht wurde zeitgerecht übermittelt und in der Abschlussveranstaltung in verschiedenen Arbeitsgruppen vertieft. Die Überreichung der Akkreditierungsurkunde durch die aqa an den Rektor der MUW fand am 17. Juli 2009 statt. Eines der wichtigsten Ergebnisse ist wohl, dass aus der EU kommende Impulse (Thema „Approbation”) eine Überarbeitung des MCW notwendig machen. Im Zuge dieser Weiterentwicklung des MCW werden aber auch andere, auf Ergebnissen des Projekts PPA basierende Maßnahmen zu setzen sein (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]).