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12. Grazer Konferenz – Qualität der Lehre: Skills and Attitudes

18.09. - 20.09.2008 in Graz, Österreich

Ethikunterricht an der Medizinischen Fakultät von der Universität Szeged

Poster

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  • corresponding author Erzsébet Kapocsi - Universität Szeged, Fakultät für Medizin, Institut für Verhaltenswissenschaften, Szeged, Hungary

12. Grazer Konferenz - Qualität der Lehre: Skills and Attitudes. Graz, Österreich, 18.-20.09.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc08grako19

DOI: 10.3205/08grako19, URN: urn:nbn:de:0183-08grako198

Eingereicht: 15. Januar 2009
Überarbeitet: 5. Februar 2009
Angenommen: 18. Februar 2009
Veröffentlicht: 6. April 2009

© 2009 Kapocsi.
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Gliederung

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Einleitung: Die Thematisierung ethischer Fragen im Gesundheitswesen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Für die kommenden Ärztinnen und Ärzte ist es sehr wichtig, mit Hilfe von Ethikausbildung eine adäquate ärztlich-ethische Einstellung und Grundhaltung einzunehmen und die berufliche Identität zu fördern.

Das Fach Bioethik / Medizinische Ethik ist fester Bestandteil des „Core-Curriculums” an der Medizinischen Fakultät der Universität Szeged. Gemeinsam mit anderen Fachgebieten der „medical humanities” (Medizingeschichte, Medizinische Anthropologie, Psychologie, Soziologie) wird sie von den Mitarbeitern des Instituts für Verhaltenswissenschaften für Studenten der Humanmedizin und der Zahnmedizin unterrichtet – sowohl in dem ungarischen als auch in dem englischsprachigen Kurs.

Aufbau des Studiums Bioethik / Medizinische Ethik: Bioethik / Medizinische Ethik wird im dritten Studienjahr (Semester 6) als Pflichtfach unterrichtet in insgesamt 45 Stunden; 15 (7x2) Stunden Vorlesungen, 30 (15X2) Stunden Seminare.

Themen: Medizinische Ethik, Bioethik, ethische Wertkonzepte und Grundprinzipien; ethische Relevanz der Definitionen von Gesundheit und Krankheit; Arzt – Patient Beziehung; Patienten-

Autonomie; ethische Fragen am Anfang und am Ende des menschlichen Lebens (Abortus, In Vitro Fertilisation, Embryonenforschung, Sterbehilfe); Humanexperimente; Organtransplantation; Fragen der gerechten Mittelverteilung im Gesundheitswesen.

Methodik: Vorlesungen für das ganze Studienjahr; Seminare in Kleingruppen (12-16 Studenten). Interaktive Seminargespräche, Kurzreferate von Studenten; Fallbesprechungen, Videofilme Dozenten: Ärzte, Ethiker, Theologe

Lernziele: Unterschied erkennen zwischen fachlicher und ethischer Dimension von medizinischen Fällen. Ethische Konflikte erkennen und analysieren. Eigene Werte sowie Wertvorstellungen von anderen reflektieren. Methoden der ethischen Entscheidungsfindung kennen und anwenden können. Kommunikative Kompetenz fördern. Kooperation und Konsensfindung üben.

Leistungsnachweis: Am Ende des Semesters mündliche Prüfung mit fünfstufiger Beurteilung; im vierten Studienjahr komplexes Rigorosum in den Fächern von „medical humanities”.

Erfahrungen: Probleme: Konkurrenzsituation naturwissenschaftlicher und psychosozialer Fächer; Wirkung des sog. „hidden curriculum” (heimlichen Lehrplans); Prüfungsdruck. Erfolge: Ethikunterricht in das Medizinstudium integriert; Interesse und positive Rückmeldungen von Studenten; Wichtigkeit der Ethik im Berufleben wird erkannt und anerkannt. Aufgaben: ständige Weiterbildung von Lehrenden; die praktische Erfahrungen der Studenten in den Unterricht integrieren; Ärzte und Experte zum Unterricht einladen.