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GMDS 2012: 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

16. - 20.09.2012, Braunschweig

Schlüsselkomponente für die Gestaltung des technologischen Wandels zur Bürgerorientierung in der Gesundheitswirtschaft: Eine Theoretische Evaluation und experimentelle Evidenz

Meeting Abstract

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  • Cyrille Herve Timwo Monthe - Universität Flensburg, Freiburg im Breisgau, Deutschland

GMDS 2012. 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS). Braunschweig, 16.-20.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12gmds224

DOI: 10.3205/12gmds224, URN: urn:nbn:de:0183-12gmds2241

Veröffentlicht: 13. September 2012

© 2012 Timwo Monthe.
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Gliederung

Text

Einleitung: Dem Management im Gesundheitssystem kommt ständig die Aufgabe zu, den Wandel mit seinen Instrumenten und Methoden zu bewältigen, wenn am Ende aller unternehmerischen Bemühungen ökonomische Effizienz und soziale Identität zugleich stehen sollen [1].

Material und Methoden: Zahlreiche wissenschaftliche Klassiker haben sich intensiv mit Fragen des Wandels befasst. Gerade die frühen Theoretiker (Emile Durkheim, Herbert Spencer, Georg Simmel, Ferdinand Tönnies) beschreiben den Wandel der Gesellschaft immer auch als einen Wandel des jeweiligen Modus der Integration. Diesbezüglich wird für das Lösungsmodell in diesem Forschungsbeitrag den Wandel als Ergebnis einer Integrationsphase, was das Management vor großer Herausforderung sowohl auf der nationalen [2] als auch auf der internationalen [3] Dimension stellt. Die Bürgerorientierung, die als strategisches Ziel der EU gilt, ist diesbezüglich mit den Auswirkungen auf Qualität und Kosten für eine ganzheitliche Systembetrachtung im Mittelpunkt zu stellen [4].

Mit einer theoriebasierten Exploration sind aus der Identifikation von möglichen Gestaltungspotenzialen die Managementansätze zur Steuerung und Umsetzung eines modernen Gesundheitssystems herauszustellen.

Ergebnisse: Bürger bzw. Kunde als Partner schafft beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Geschäft und kann in Form von Wettbewerbsvorteilfaktor dargestellt werden [5]. Dafür sind gezielte Strategien unerlässlich. Allerdings können sich Strategien auf der Prozessebene in Form von Gesetzen bzw. Richtlinien leben lassen. Gesetze bzw. Richtlinien als Rahmenbedingungen organisatorischer Gestaltung zu verstehen, bedeutet nicht, dass gleichzeitig von einer determinierten Unternehmensführung ausgegangen wird [6]. Unter Rahmenbedingungen werden Parameter verstanden, die sich auf die Nachfrage oder das Angebot auswirken. Grundsätzlich gilt: Kunden entscheiden sich für diejenige Beziehung, die den höchsten „customer value“ (Wert für den Kunden) verspricht [7]. Die Maßnahmen zur Selbstorganisation und Selbstregulierung des Unternehmens werden von der Akquise gefolgt. Die Rahmenbedingungen, die zu gestalten gelten, stellen demzufolge das Controlling, die Gesetze (bzw. Richtlinien) und die Akquise dar. Im Zuge der Akquise heißt es, Kundenwünsche, Richtlinien sowie Strategien zu kennen; und sich nach diesen und eigenen Gesetzen zu richten, um Vertrauen zu schaffen [8]. Denn mehr Sicherheit in der Akquise schafft Kundenvertrauen und erhöht somit die Chance auf eine Partnerschaft.

Schlussfolgerungen:Gestaltung im weitesten Sinne bezeichnet einen bewussten Eingriff in die Umwelt mit dem Ziel, diese in eine bestimmte Richtung zu verändern. Die Organisationsgestaltung hat den Zweck, pro-aktiv, das heißt im Hinblick auf aktuelle und zukünftige Anforderungen, wirksame Regeln zu schaffen [9]. Somit gelten Regeln als Ergebnis des Teilmodells mit den Schlüsselkomponenten „Controlling, Gesetze (bzw. Richtlinien) und Akquise“ für die Gestaltung des technologischen Wandels in der Gesundheitswirtschaft, um den Wertbeitrag zur Bürgerorientierung erfolgreich steuern zu können.


Literatur

1.
Schwendt S, Funck D. Integrierte Managementsysteme – Konzepte, Werkzeuge, Erfahrungen. Heidelberg: Physica-Verlag; 2002. p. 2.
2.
Rothlauf J. Total Quality Management in Theorie und Praxis – Zum ganzheitlichen Unternehmensverständnis. 2. Auflage. Oldenbourg Verlag; 2003. p. 152.
3.
Söllner A. Einführung in das Internationale Management – Eine institutionenökonomische Perspektive. Gabler Verlag; 2008. p. 440.
4.
Timwo Monthe CH. Forschungsmethodischer Ansatz zur Optimierung der Schnittstelle Bürger – Gesundheitsversorgung (Bü-GV) durch IT-Beratung. München: Grin Verlag; 2009.
5.
Meyer A, Kantsperger R, Schaffer M. Kunde als Partner. In: Günter B, Helm S, editors. Kundenwert. Grundlagen – Innovative Konzepte – Praktische Umsetzungen. 3. Auflage. Gabler Verlag; 2006. p. 72.
6.
Scherm E, Pietsch G. Organisation – Theorie, Gestaltung, Wandel. Oldenbourger Verlag; 2007. p. 145.
7.
Cornelsen J. Kundenwertanalysen im Beziehungsmarketing. Nürnberg: GIM Verlag; 2000. p. 33.
8.
Leicher R. Fit für die Neukundengewinnung – Vom ersten Kontakt zum ersten Auftrag. Businessvillage Verlag; 2005. p. 45.
9.
Glatz H, Graf-Götz F. Handbuch Organisation gestalten: Für Praktiker aus Profit- und Non-Profit-Unternehmen, Trainer und Berater. Beltz Verlag; 2007. p. 75.