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GMDS 2012: 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

16. - 20.09.2012, Braunschweig

Was „bewegt“ uns in der/die Zukunft? – aus Sicht der Medizin

Meeting Abstract

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  • Elisabeth Steinhagen-Thiessen - Universitätsmedizin Berlin, Deutschland

GMDS 2012. 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS). Braunschweig, 16.-20.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12gmds001

DOI: 10.3205/12gmds001, URN: urn:nbn:de:0183-12gmds0017

Veröffentlicht: 13. September 2012

© 2012 Steinhagen-Thiessen.
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Gliederung

Text

Die Mediziner, arbeiten sie im Krankenhaus oder in der ambulanten Medizin, sind es gewohnt mit den Ergebnissen der Informatik, der Medizinischen Biometrie und denen der Epidemiologie umzugehen. Unser tägliches Handeln, unsere Entscheidungen für die Durchführung einer Therapie am individuellen Patienten richten sich z.B. nach Leitlinien und diese fußen auf Ergebnissen aus großen Datensätzen. Ohne Medizinische Informatik und Biometrie, ohne Epidemiologie hätte die Medizin niemals den heutigen Stand erreicht! Dennoch gibt es Bereiche, die uns besonders, was zukünftige Entwicklungen in der Medizin betrifft, „bewegen“.

Hier seien einige der Themen genannt:

  • demographischer Wandel,
  • individualisierte bzw. personalisierte Medizin,
  • medizinischer Fortschritt, z.B. in der molekularen Diagnostik.

Demographischer Wandel: Dieser führt unweigerlich zu erhöhten Anforderungen in unserem Gesundheitssystem, z.B. auch zu einer kostenintensiveren Medizin, die einerseits andere Strukturen verlangt und andererseits eine Allokation der Ressourcen. Hierzu dienen als Entscheidungsgrundlagen z.B. valide Daten aus der klinischen Forschung. In Zeiten des demographischen Wandels gibt es noch ganz andere Felder, die uns „bewegen“. Neue Informatik-Systeme machen wir uns bei der Diagnostik und therapeutischen Überwachung der Patienten, z.B. bei Sturzgefährdung, zu nutze. Es werden z.B. Sensoren zur Bewegungsanalyse eingesetzt. Andere Informatik-Systeme werden in der Wohnumgebung älterer Menschen eingesetzt mit dem Ziel, die Selbständigkeit der Älteren zu unterstützen. Auch hier ist der Umgang mit Patientendaten, z.B. von bestimmten Krankheitsgruppen, erforderlich. Es müssen Algorithmen entwickelt werden, die die Identifikation von Patientengruppen und Subgruppen erlauben. Diese neuen Möglichkeiten des Einsatzes von moderner Informations- und Kommunikationstechnik im Umfeld älterer Menschen sind an die multidisziplinäre Zusammenarbeit, z.B. von Medizinern und Informatikern, gebunden.

Individualisierte bzw. personalisierte Medizin: Eine moderne Diagnostik und eine auf den einzelnen Patienten abgestimmte Therapie soll die Effektivität der Behandlung steigern. Außerdem sollen so unerwünschte Nebeneffekte und z.B. Unwirksamkeit eines Medikamentes ausgeschaltet werden.

Medizinischer Fortschritt, z.B. in der molekularen Diagnostik: Neben den ethischen Fragen und Aspekten, die uns im Moment, jedenfalls in Deutschland, „bewegen“, ist die molekulare Diagnostik schon jetzt aus dem medizinischen Alltag, insbesondere der medizinisch-biochemischen Forschung, nicht mehr wegzudenken. Dennoch „bewegt“ uns dieses Thema besonders. Seitdem es molekulare Diagnostik und Genomforschung gibt, gibt es auch viele falsch positive Ergebnisse auf diesem Sektor. Die Menge an Informationen, die wir z.B. durch die Sequenzierung bekommen, verlangt eine multidisziplinäre Zusammenarbeit von Biochemikern, Biologen, Ärzten und, vor allem, Informatikern, Biometrikern und Epidemiologen.

Dies sind nur einige wenige Felder, die uns in der Medizin „bewegen“. Sie werden allerdings nur in einer fächerübergreifenden Sicht- und Handlungsweise gelöst werden können.