gms | German Medical Science

MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Wirkungen und Nebenwirkungen nichtöffentlicher Studienergebnisse am Beispiel Bevacizumab (Avastin)

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Volker Stollorz - Freier Wissenschaftsjournalist, Köln

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds584

DOI: 10.3205/11gmds584, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds5846

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Stollorz.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

In den vergangenen 25 Jahren hat sich ein langsamer Wandel im Umgang mit klinischen Studiendaten vollzogen: Transparenz ist in aller Munde. Bis heute aber bleibt die mangelnde öffentliche Verfügbarkeit von Daten über den Nutzen und die Risiken mancher Medizin ein erheblicher Anreiz, in den Grauzonen des Wissens Geschäfte zu machen. Insbesondere mit der Geburt der Biotechnologie wurden wissenschaftliche Ergebnisse aus klinischen Studien zum Wissens- und Wirtschaftsfaktor, die seither nicht nur über Wohl und Wehe von Patienten entscheiden, sondern auch über die Gewinnaussichten und das Überleben von Pharmafirmen. In diesem Bermudadreieck widerstreitender Interessen agieren Ärzte und Wissenschaftler als Drittmittelempfänger oft in einer heiklen Doppelrolle, in der transparente Regelungen für relevante Interessenkonflikte entscheidend sind. Es ist die erhebliche ökonomische Bedeutung nicht öffentlicher oder noch nicht veröffentlichter klinischer Daten, die Patienten, Ärzte und Pharmamärkte gleichermaßen verunsichert. Am konkreten Beispiel des monoklonalen Antikörpers Bevacizumab (Avastin) wird erläutert, wie nichtöffentliche Studiendaten massenmediale Debatten um den angeblichen Nutzen einer Krebsmedizin befeuerten. Fokussiert wird dabei auf den ungelösten Konflikten zwischen dem Informationsbedürfnis der Börsianer und dem der Mediziner bei der Behandlung ihrer Patienten. Vorerst bleibt abzuwarten, ob die vielen neuen Transparenzregeln und Studienregister diesen zentralen Konflikt entschärfen helfen.