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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Generische Speicherung zur Unterstützung der Informationsintegration innerhalb einer digitalen patientenbasierten Pflegeakte in der ambulanten Pflege

Meeting Abstract

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  • Dortje Löper - Universität Rostock, Rostock
  • Andreas Heuer - Universität Rostock, Rostock

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds525

DOI: 10.3205/11gmds525, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds5254

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Löper et al.
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Gliederung

Text

In der ambulanten Pflege sind sowohl die Pflegedokumentation (inklusive der Pflegeakte) als auch der Informationsaustausch mit anderen Pflegeteilnehmern noch weitestgehend papierbasiert. Die Digitalisierung dieser Informationen führt zu einem Mehraufwand und erhöht die Fehleranfälligkeit. Weiterhin sind die neuen Daten erst zeitverzögert verfügbar.

Durch Ausstattung der Pflegekraft mit einem mobilen Gerät zur Unterstützung bei der Dokumentationsarbeit [1], sowie der Einführung einer digitalen Pflegeakte werden zunächst innerhalb des Pflegedienst-internen Pflegedokumentationsprozesses die Medienbrüche aufgehoben. Außerdem kann die digitale Pflegeakte als Grundlage für die Integration weiterer Informationen zu einem Patienten dienen.

Bestehen bleibt jedoch das Problem der Heterogenität zwischen Informationssystemen verschiedener Einrichtungen.

Zur Überbrückung der Heterogenität wird auf Kommunikationsstandards aus dem Gesundheitswesen aufgebaut. Es wird davon ausgegangen, dass Informationen anderer Pflegteilnehmer in Form von standardisierten Berichten (z.B. beruhend auf der HL7 CDA) empfangen werden.

Da diese Standards zur möglichen Abbildung einer Vielzahl gesundheitsrelevanter Daten sehr allgemein gehalten sind und außerdem eine Unterstützung mehrerer Standards sinnvoll ist, ist eine generische und flexible Speicherstruktur gefordert [2]. Die hier gewählte Herangehensweise beruht auf dem Ansatz der Entity-Attribute-Value-Speicherung, welche alle eigentlichen Daten in einer Value-Tabelle und die Struktur bzw. Einordnung der Daten in den Tabellen Entity und Attribute speichert. Dieses Konzept wurde erweitert um die Abbildung von Werten verschiedener Datentypen (ähnlich zu [3]) und die Berücksichtigung einer hierarchischen Struktur.

Es werden Transformationstechniken entwickelt, um die gesundheitsbezogenen Daten aus den standardisierten Berichten in die EAV-Speicherstruktur abzubilden und umgekehrt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einführung verschiedener Sichten auf die Daten für die einzelnen Pflegteilnehmer, so dass diese nur Informationen einsehen können, für welche sie die Berechtigung haben.

Erste Ergebnisse umfassen die Umsetzung des generischen Datenbankschemas als EAV-Struktur und die Abbildung von allgemeinen HL7 CDA-Dokumenten auf diese. Einschränkende Implementierungsleitfäden bzw. Templates zur HL7 CDA werden zunächst exemplarisch berücksichtigt. Das Ziel ist jedoch nicht nur eine automatische Abbildung standardisierter Berichte auf die EAV-Speicherstruktur sondern auch eine Automatisierung der Einbindung von auf der HL7 CDA oder auch anderen Standards für Gesundheitsberichte beruhenden Templates.

Ein weiteres Ziel ist das semiautomatische Erzeugen von Berichten verschiedener Standard-Vorlagen aus den generisch gespeicherten Daten für die Weiterleitung von Informationen an andere Einrichtungen.

Der EAV-Ansatz als generische Speicherstruktur für die digitale Pflegeakte ist von Vorteil, um die verschiedenartigen gesundheitlichen Informationen in ihrer ganzen Breite effizient ablegen zu können. Die Abbildung von und in standardisierte Berichte wird mittels automatischer Transformationstechniken umgesetzt. Zu untersuchen ist noch der erwartete Performanzverlust bei Anfragen an die generische Speicherstruktur und eine mögliche Verbesserung durch den Einsatz spezieller Indexstrukturen.


Literatur

1.
Umblia T, Hein A, Bruder I, Karopka T. MARIKA: A Mobile Assistance System for Supporting Home Care. MobiHealthInf 2009 - 1st International Workshop on Mobilizing Health Information to Support Healthcare-related Knowledge Work, 2009
2.
Dortje Löper. Dokumente, Informationen und Standards als Grundlage für die Datenintegration in der Pflege. Proceedings BTW 2011 - Workshops und Studierendenprogramm (WITAP 2011), 2011: 76-80.
3.
Nadkarni PM, Marenco L, Chen R, Skoufos E, Shepherd G, Miller P. Organization of Heterogeneous Scientific Data Using the EAV/CR Representation. Journal of the American Medical Informatics Association. 1999;6:478-493.