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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Entwicklung und Einsatz eines Tools zur Erstellung interaktiver Videos für Virtuelle Patienten

Meeting Abstract

  • Frank Hess - Zentrum für virtuelle Patienten, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg
  • Simone Huber - Zentrum für virtuelle Patienten, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg
  • Jörn Heid - Centre for e-Learning Technology (CeLTech), Lab e-Learning in Medicine, HS Heilbronn, Heilbronn
  • Bas de Leng - Universität Maastricht, Maastricht
  • Sören Huwendiek - Zentrum für virtuelle Patienten, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg
  • Martin Haag - Hochschule Heilbronn, Heilbronn

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds519

DOI: 10.3205/11gmds519, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds5194

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Hess et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung: Videoclips können die Authentizität virtueller Patienten steigern und den Studierenden den Übergang von der Vorklinik in den klinischen Alltag erleichtern [1]. Zu diesem Zwecke werden Videoclips häufig als ein Medium zur Demonstration der Durchführung der Anamnese eingesetzt, das sowohl die verbalen als auch nichtverbalen Informationen transportieren kann [2]. Auch zur Demonstration der körperlichen Untersuchung eignen sich diese hervorragend, da sie bei der Darstellung komplexer Sachverhalte oder Prozesse statischen Bildern überlegen sein können [3]. Die bisher in virtuellen Patienten verwendeten Videosequenzen zeichnen sich meist nur durch minimale Benutzerinteraktion aus (temporale Mikrointeraktivität [4]).

Interaktivität in Videos lenkt jedoch die Aufmerksamkeit der Lernenden auf die relevanten Informationen und versetzt diese in eine aktive Rolle [5].

In diesem Projekt wurden zwei Szenarien zur Anreicherung von Videos mit Interaktionselementen herausgegriffen:

  • Hervorhebung spezifischer Bereiche innerhalb eines Videos und Anreicherung mit graphischen und textuellen Informationen (statische Annotationen)
  • Integration von Wissensfragen (Multiple-Choice, Freitext und Hotspot) für summative und formative Prüfungszwecke (interaktive Annotationen)

Es ergeben sich sowohl didaktische als auch technische Fragestellungen:

  • Mit welchen Techniken können browserbasierte interaktive Videos erstellt und wiedergegeben werden?
  • Welche Vor- und Nachteile bietet die direkte Integration von Wissensfragen in Videos gegenüber einer Aufteilung von Videos in einzelne Sequenzen mit zwischengeschalteten Wissensfragen auf einer extra Seite?

Material und Methoden: Das Autorentool wurde als REST-basierte Webanwendung implementiert. Hierzu wurde das JavaScript Framework Sencha ExtJS [6] verwendet und um eigene Komponenten wie die Annotationsleiste erweitert. Nach Anlegen eines neuen Projektes und Auswahl des Quellvideos lassen sich per Drag and Drop Aktionen in der Annotationsleiste hinzufügen. Je nach gewählter Aktion stehen unterschiedliche Optionen wie "Zeitdauer" und "Video unterbrechen" zur Verfügung. Durch das zeitabhängige Pausieren des Videos ist es erst möglich, kontextsensitive Informationen und Wissensfragen anzuzeigen. Abhängig von der Größe des Videos und der Art der Annotation kann der Anzeigebereich der jeweiligen Aktion als Overlay über dem Videoclip oder ein Bereich neben dem Video gewählt werden. Die fertigen Medien können als SCORM-Modul [7] sowie als ZIP-Archiv für die Verwendung in virtuelle Patienten exportiert werden.

Die Abspielkomponente verwendet den Flash-basierten Videoplayer Flowplayer [8] und kapselt dessen Eventschnittstelle.

Diskussion und Ausblick: Aufgrund der Unterstützung von älteren Browsern und der derzeit noch unübersichtlichen Lage bzgl. eines Videocodecs für das HTML5 <video> Tag [9] wird aktuell noch auf Flash für die Wiedergabe der Videos gesetzt. Erste virtuelle Patienten werden aktuell mit interaktiven Videos angereichert. Erste Evaluationsergebnisse aus Heidelberg und Maastricht, insbesondere bezüglich der didaktischen Fragestellung, sollen auf der Tagung vorgestellt werden.


Literatur

1.
de Leng B, Dolmans D, van de Wiel M, Muijtjens A, van der Vleuten C. How video cases should be used as authentic stimuli in problem-based medical education. Medical Education. 2007;41(2):181-188.
2.
Advantages of video trigger in problem-based learning.
3.
Lewalter D. Lernen mit Bildern und Animationen. Münster: Waxmann; 1997.
4.
Deutsches Institut für Fernstudienforschung DIFF an der Universität Tübingen. Intentionales Beobachtungslernen von Bewegungs- und Handlungsabläufen mit interaktivem Video, Dissertation. Tübingen: 2000. p. 60-64.
5.
Dror I, Schmidt P, O’Connora L. Cognitive perspective on technology enhanced learning in medical training: Great opportunities, pitfalls and challenges. Medical Teacher. 2011;33:291-–296.
6.
http://www.sencha.com/products/extjs/ Externer Link
7.
http://www.adlnet.gov/Technologies/scorm/ Externer Link
8.
http://flowplayer.org/ Externer Link
9.
http://blog.chromium.org/2011/01/html-video-codec-support-in-chrome.html Externer Link